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Volkswagenstiftung feiert in Berlin

17.03.2012

Festakt und Symposium zum 50. Jubiläum

Mit einem Festakt im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums in  Berlin hat die VolkswagenStiftung am Donnerstag, 15. März 2012, ihr 50-jähriges Arbeitsjubiläum gefeiert. Im Februar 1962 war das Kuratorium der VolkswagenStiftung  zu seiner ersten Sitzung zusammen getreten. Die Festansprache nach der Begrüßung durch Lutz Stratmann, Vorsitzender des Kuratoriums der VolkswagenStiftung und ehemaliger Wissenschaftsminister des Landes Niedersachsen,  hielt Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Weitere Podiumsteilnehmer waren Prof. Dr. Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft,  Prof. Dr. Margret Wintermantel, Präsidentin des DAAD und der Hochschulrektorenkonferenz und Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaften.

Seit Aufnahme ihrer Arbeit im Jahr 1962 hat Deutschlands größte private Wissenschaftsförderin 30 000 Projekte mit vier Milliarden Euro unterstützt.

Über Forschungsprojekte, die mit Hilfe der Förderung der Volkswagenstiftung realisiert wurden,  berichteten Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Russische Museen im Zweiten Weltkrieg),  Dr. Naika Foroutan, Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin (Hybridität in der Einwanderungsgesellschaft) , Dr. Christina Wald, Philologisch-Historische Fakultät, Universität Augsburg (Rätselhafte Wandlungen: Religion und Identität im elisabethanischen England) , Prof. Dr. Valentin Blomer, Mathematisches Institut, Universität Göttingen (Analytische Zahlentheorie). Die Veranstaltung schloss mit Dankesworten von Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung.  (1)

Eine zweite Jubiläumsveranstaltung fand in Form eines wissenschaftlichen Symposiums einen Tag später, am 16. März 2012, im Berliner Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten statt. Das Symposium mit dem Titel „Wissen stiften im 21. Jahrhundert: Perspektiven schaffen – Zukunft gestalten“ gliederte sich in drei Teile: (a) Demokratie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, (b) Wissen stiften, kooperieren und konkurrieren im globalen Wettbewerb, (c) Forschung, Stiftungen und Öffentlichkeit. (2)

Im ersten Teil ging es um politische Fragen von grundsätzlicher Bedeutung, nämlich um die Wechselbeziehung von Zivilgesellschaft und Demokratie zum einen – gerade mit Blick auf die arabischen Umwälzungen von aktueller Bedeutung – und zum anderen um das Verhältnis von Zivilgesellschaft und Wissenschaft, etwa im Form von staatlich unabhängigen forschungsfördernden Stiftung.

Einen Einführungenvortrag mit dem Titel „Wissen stiften im 21. Jahrhundert“, hielt  Prof. Homi K. Bhaba, Direktor des  Mahindra Humanities Center an der Harvard University. Im zweiten Vortrag sprach Prof. Dr. Dieter Gosewinkel,  Direktor des  Rule of Law Center am Wissenschaftszentrum Berlin über „Demokratie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft“.  An der sich anschließenden Podiumsdiskussion unter Leitung von JunProf. Dr. des. Katja Niethammer Asien-Afrika-Institut, Universität Hamburg, beteiligten sich Prof. Dr. Ulrike Freitag,  Direktorin des  Zentrums Moderner Orient, Humboldt-Universität Berlin, und Dr. Ndidi Nnoli-Edozien, Gründerin und Präsidentin der  Growing Business Foundation Nigeria, Abuja.

Der zweite Tagungsteil thematisierte die Wissensproduktion und die „Globalisierung der Wissenschaft“ in einer doppelten Perspektive: dem internationalen Wettbewerb um beste Köpfe und Ressourcen sowie die wissenschaftliche Behandlung von Themen von globaler Relevanz. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stehe die Wissenschaft unter zunehmendem Druck, richtungsweisende Konzepte und Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu erarbeiten.

Einführungsvorträge zum Thema „Aufbau exzellenter Forschungsbedingungen in Europa und darüber hinaus“  hielten  Prof. Dr. Helga Nowotny, Präsidentin des  European Research Council, Wien und Sir Mark Walport, Direktor des Wellcome Trust in London.

An der Podiumsdiskussion unter Leitung von  Prof. Dr. Christoph Kratky, Präsident, FWF Wissenschaftsfonds in  Wien, beteiligten sich  Prof. Dr. h.c. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Georg-August-Universität Göttingen, Prof. Dr. Robbert Dijkgraaf, Präsident des Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen, Amsterdam, und Dr. Ebrima Sall, Generalsekretär des Council for the Development of Social Science Research in Africa mit Sitz in Dakar.

Der dritte Teil befasste sich mit Fragen des Wissenstransfers und der Verwertbarkeit von Forschungsergebnissen jenseits der Wissenschaft. Ein Stichwort war die „Relevanz von Forschungshandeln“. Zur Sprache kam auch die Sonderrolle von wissenschaftsfördernden Stiftungen, denen es als staatlich unabhängige Institutionen möglich ist, vermehrt zukunftsweisende, risikoreiche und deswegen gesellschaftlich relevante Themen zu fördern. Gefragt wurde: Mit welchen Strategien wird von staatlicher und privater Seite an den Grenzen gesicherten Wissens geforscht und welcher Flexibilität staatlicher Rahmenbedingungen bedarf es im nationalen und internationalen Kontext erreichen zu können?

Hier gab es keinen Hauptvortrag, dafür ebenfalls eine Podiumsdiskussion - Moderation: Dr. Wilhelm Krull -  mit Dr. Göran Blomqvist, Geschäftsführender Direktor des Riksbankens Jubileumsfond in Stockholm, Prof. Dr. Stephan A. Jansen,  Präsident der Zeppelin University in Friedrichshafen, Prof. Dr. Maria Helena Nazaré, Präsidentin der European University Association, Brüssel, sowie Prof. Dr. Nüket Yetis, ehem. Präsidentin, The Scientific and Technological Research Council of Turkey.

http:/www.volkswagenstiftung-50-jahre.de/media/home/symposium_programm/symposium.pdf

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