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Schavan legt Bundesforschungsbericht 2012 vor

16.05.2012

Deutschland gehört zu den Innovationsführern in Europa

 

 

Das Bundeskabinett hat heute den alle zwei  Jahre erscheinenden Bundesforschungsbericht beschlossen. Anschließend wurde der „Bundesbericht Forschung und Innovation"  von Forschungsministerin Schavan in der Bundespressekonferenz vorgestellt.  Mit dem 643 Seiten dicken Bericht antwortet die Bundesregierung   auf das Gutachten der Expertenkommission EFI, das im Februar vorgelegt worden war.

Schavan hob in ihrer Stellungnahme hervor, dass sich die Innovationsfähigkeit Deutschlands weiter gesteigert habe. Mittlerweile weise Deutschland  mehr Patente pro Kopf der Bevölkerung aus als die USA.   Ein aktuelles EU-Ranking (Innovation Union Scoreboard)  weise Deutschland als „Innovationsführer in Europa" aus.

Ihre Erfolgsbilanz des BFI gliederte Schavan in zwölf zentrale Trends.  (1) Die Bundesregierung investiere mehr Geld in FuE denn je. Der Bundesanteil stieg von 9 Mrd Euro in 2005 auf 13,7 Mrd Euro in 2011, was einem Zuwachs von über 50 Prozent entspricht.  Für 2012 werden 13,8 Mrd Euro angegeben.  Der Länderanteil für FuE stieg bis 2010 auf 9,7 Mrd Euro (2005: 7,7 Mrd Euro).

(2) Das FuE-Engagement der Wirtschaft wächst. Sie finanziert ingesamt zwei Drittel der FuE-Ausgaben, wobei der Schwerpunkt auf dem „E" liegt. Zwischen 2005 und 2010 stiegen die internen FuE-Aufwendungen der Wirtschaft  in  Deutschland um über 21 Prozent auf rund 47 Mrd Euro. Der KMU-Anteil daran waren rund 7 Mrd Euro.

(3) Die FuE-Intensität Deutschlands steigt.  Seit 2005 erhöhte sich der FuE-Anteil am BIP von 2,51 % auf 2,82 %. „Das Ziel, 3 Prozent des BIP für FuE zu investieren, liegt damit in greifbarer Nähe", sagte Schavan. Auch das Orientierung der EFI, mehr als drei Prozent anzustreben, könne sie sich zu eigen machen. Dies werde aber voraussichtlich in der nächsten Koalitionsvereinbarung genauer kodifiziert werden.  (4)  In der FuE-Intensität gehöre Deutschland weltweit zur Spitzengruppe der Länder,  die eine Quote von über 2,5 % erreichen. In Europa komme Deutschland auf Platz 4, hinter Finnland (3,8),  Schweden und Dänemark.

(5) Deutschland überholt die USA bei den wissenschaftlichen Publikationen. In 2010 schnitt Deutschland bei der Anzahl wissenschaftlicher Publikationen in Relation zur Einwohnerzahl erstmalig besser ab als die USA (s. Grafik Seite 394). (6) Deutschland hält die Spitzenposition bei weltmarktrelevanten Patenten.  Im Vergleich zu den USA etwa doppelt soviele  Patente pro Einwohner (ca 370) als USA.  Allerdings markierten die beiden letzten Jahre 2008 und 2009 einen Rückgang.

(7) Die Zahl der Hochschulabsolventen ist auf Rekordniveau. Mit 294.000 Absolventen wurde 2010 eine neue Rekordmarke erreicht. Damit beendeten fast 30 Prozent eines Altersjahrgangs ihre Ausbildung mit einem Hochschulexamen.  2005 waren es noch knapp 20 Prozent.  (8) Die MINT-Fächer entwickeln sich positiv. Nach der Tabelle auf Seite 391  erhöhte sich die Zahl der Ingenieur-Absolventen auf rund 50.000. Fast ebenso viel  beendeten ihre Studium in  Mathematik und Naturwissenschaften.  2001 war diese Absolventenzahl noch bei knapp über 20.000, bei den Ingenieuren bei rund 37.000, was zeigt, dass die Naturwissenschaft eine höhere Attraktion ausübten.  Der Anteil am Altersjahrgang erhöhte sich bei den Ingenieuren in den fünf Jahren von 3 auf 5, bei Mathe und NaWi sogar von 2 auf 5.

(9) Die Schülerzahlen an Fachschulen steigen., und zwar um 31.000 (2006 zu 2010), das sind über 21 Prozent. Fachschulen sin d Einrichtungen der beruflichen  Weiterbildung, in denen neben Meister- und Technikausbildung auch Lehrgänge in Sozial- und Erzieherberufen angeboten werden.

Trend 10 bezieht sich auf Innovation Union Scoreboard. Hier gehört Deutschland mit Platz 3 zur Gruppe der Innovationsführer, hinter Schweden und Dänemark.

 

Manfred Ronzheimer

Der Bericht im Volltext  findet sich unter www.bmbf.de/de/12210.php