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Für  flächendeckendes Forschungsrating

30.10.2013

Manfred Ronzheimer

Der Wissenschaftsrat äußert sich zu den laufenden Koalitionsverhandlungen. Gräbt das Gremium nun dem CHE das Wasser ab? Der Rat beschloss jedenfalls auf seiner Herbstsitzung in Mainz, das seit acht Jahren in vier Disziplinen erprobte Forschungsrating künftig auf alle Fächergruppen auszudehnen. Das teilte der Vorsitzende des Gremiums, Marquardt, in Berlin mit. Mit dem Verfahren solle Ende 2014 begonnen werden.

Bild: Stephanie Hofschlaeger/Pixelio

Ein Bewertungsdurchgang dauere rund zwei Jahre und koste etwa 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Es werde angestrebt, 70 bis 80 Prozent der Disziplinen einer solchen innerwissenschaftlichen Bewertung zu unterziehen.

Bei der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), die zusammen mit der Bertelsmann-Stiftung den Pionier des Wissenschaftsrankings in Deutschland, das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh trägt, sei „nach vielen Gesprächen die Zustimmung gewachsen“, sagte Marquardt. Das Rating mache nur Sinn, wenn die Hochschulen dahinter stünden. Die HRK werde den Vorschlag des Wissenschaftsrates auf ihrer nächsten Mitgliederversammlung beraten.

Zum CHE direkt wollte sich Marquardt nicht äußern. In der Wissenschaftscommunity sei der Wunsch gewachsen, dass einige der überwiegend privat erstellten Wissenschafts-Hitlisten vom Markt verdrängt werden. „Wir haben zu viele Rankings“, so der Vorsitzende des Wissenschaftsrates.

Von den laufenden Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Bundesregierung wünschte sich Marquardt, dass dort die „Rahmenbedingungen von Bildung und Forschung zu einem zentralen Thema“ gemacht würden. Mit dem Perspektivpapier des Wissenschaftsrates vom Sommer liege der Vorschlag eines „Zukunftspakts“ auf dem Tisch, in dem sich Bund und Länder über die wichtigsten wissenschaftspolitischen Leitlinien verständigen sollten. Dazu zähle an erster Stelle auch eine Grundgesetzänderung, um den Einfluss des Bundes in der Hochschulpolitik zu stärken. Marquardt: „Im deutschen Wissenschaftssystem geht es jetzt darum, vor allem den Hochschulbereich zu stärken.“

Weitere Empfehlungen des Rates, die vorgestellt wurden, betreffen das Wissenschaftssystem des Landes Bremen, die weitere Entwicklung des Dualen Studiums sowie die Alexander von Humboldt-Stiftung.