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Der leise Riese

26.02.2012

Die Leibniz-Gemeinschaft stellte ihre neue Zentrale in Berlin vor

Die Leibniz-Gemeinschaft hat den Umzug ihrer Zentralverwaltung von Bonn nach Berlin abgeschlossen. In einem Pressegespräch am 24. Februar 2012 informierte die Forschungsorganisation über die Veränderung und präsentierte den neuen Sitzsitz in der Chausseestraße, das frühere Gebäude der Ost-Berliner Industrie- und Handelskammer. Der Umzug wertet den Forschungsstandort Berlin weiter auf.

Mayer begründete den Umzug damit, dass Berlin zu einem immer wichtigeren Standort für die Forschungspolitik werde. Zugleich sei die Stadt sehr attraktiv für Forscher. Überdies besitze die WGL in Berlin 19 Instituten und 2500 Mitarbeitern bereits einen Schwerpunkt. Insgesamt haben sich in der LG 86 Einrichtungen mit 17.000 Mitarbeitern zusammengeschlossen, die über ein Jahresbudget von 1,4 Mrd Euro verfügen.

Berlins Forschungs-Staatssekretär Nicolas Zimmer erläuterte den Wissenschaftlern den überraschenden Ressortzuschnitt des neuen Berliner Senats, der die Zuständigkeit für Wissenschaft und Forschung auf zwei unterschiedliche Verwaltungen verteilt hat. Für sein Haus, die Wirtschaft, ergebe sich durch den Zuwachs der Forschung die Möglichkeit, ein „Innovationsministerium“ zu realisieren, das die Strecke von der Invention über die Translation bis zur gesellschaftlichen Nutzung durchgängig bearbeiten könne.

Die Generalsekretärin der Leibniz-Gemeinschaft, Christiane Neumann,  teilte mit,  das die Geschäftsstelle aus 40 Mitarbeitern bestehe, deren Stellen zu zwei Dritteln neu besetzt wurden. Davon seien acht für die Evaluationsverfahren, vier für die WGL-internen Wettbewerbe und vier für den Transfer zuständig. Vier  weitere Mitarbeiter sitzen in Brüssel und halten Kontakt zur EU-Forschungspolitik.

Prof. Dr. Volker Haucke, Direktor des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin-Buch, präsentierte ein naturwissenschaftliches Institut der Forschungsorganisation, das nach der DDR-Wende neu gegründet wurde und auf Ressourcen der AdW-Wirkstoffforschung zurückgreifen konnte. Die Vision des FMP sei es, die „Apotheke von morgen zu kreieren“, die auf neue Weise, nämlich von der molekularen Basis her, bei der Herstellung besser wirksamer Medikamente helfe.  Auf die sich anbahnende Fusion von Universitätsklinikum Charité und dem Max-Delbrück-Centrum in Buch angesprochen, unterstrich Haucke die großen Chancen, die sich für beide Seiten dadurch ergäben, allerdings gebe es auch Risiken, die man nicht übersehen dürfe. Für sein Institut stellte der FMP-Chef klar, dass man an der Fusion nicht partizipieren werde.

Prof. Dr. Gert G. Wagner, der amtierende Vorstandsvorsitzender des DIW Berlin, stellte ein Institut aus der Fächergruppe der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften vor. Dem DIW stehe aktuell die Evaluierung bevor, „ein hartes Verfahren“, das alle sieben Jahre stattfindet. Um herauszufinden, wie gut ihre Institute wirklich sind, setzt die WGL für die Begutachtung nur externe Wissenschaftler ein, um beschönigende Darstellungen zu vermeiden. Erklärtes Ziel der Evaluation ist es, die Exzellenz zu stärken. Dies gelte nicht nur für die Grundlagenforschung, sondern gerade auch für die angewandte Forschung, die – um von Wirtschaft und Gesellschaft genutzt zu werden - danach streben müsse, „die allerbeste Forschung zu sein“, so Wagner. Er bezeichnete die Leibniz Gemeinschaft als „leisen Riesen: sehr groß, aber nicht sehr laut."

Manfred Ronzheimer

http://www.leibniz-gemeinschaft.de/