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„Am Ende wird alles gut“

16.06.2012

Entscheidungen in der zweiten Runde der Exzelleninitiative

In Bonn sind am Freitag von DFG und Wissenschaftsrat die Ergebnisse der zweiten Runde des Exzellenz-Wettbewerbs bekannt gegeben worden. Insgesamt lagen – nach der vorangegangenen Auswahlrunde - 143 Anträge von 46 Universitäten zur Prüfung durch  den Bewilligungsausschuss vor. Fast zwei Drittel aller staatlichen Universitäten beteiligten sich. Anträge lagen vor für  84 bereits geförderte Einrichtungen und  59 für neue Einrichtungen.

Die Entscheidung: Es werden 99 Projekte von 39 Universitäten gefördert, eine Quote von 70 Prozent. Im einzelnen handelt es sich um  45 Graduiertenschulen, 43 Exzellenzcluster und 11 Zukunftskonzepte, für die ein von  2,4 Milliarden Euro bereitsteht. (Im Durchschnitt für alle der knapp 40 Unis  wären das 600 Mio Euro, natürlich bei den 11 Elite-Unis mehr). Die Bewilligten erhalten ihre Förderung ab November 2012. dann für fünf Jahre.

Eine Besonderheit dieser  zweiten Phase der Exzellenzinitiative war der Wettbewerb zwischen den seit 2006 beziehungsweise 2007 geförderten Einrichtungen und den neuen Bewerbungen, die sich hierfür Anfang 2011 in einer Vorauswahl qualifiziert hatten.

Hier kamen fünf Universitäten aus Berlin (HU), Bremen, Dresden, Köln und Tübingen neu hinzu, während  Karlsruhe, Göttingen und Freiburg ihren Elitestatus verloren – weil ihnen eine Graduiertenschule oder ein Exzellenzcluster abhanden kam.

Die Details in der Pressemitteilung von DFG/WR: (1)

„Bei den Graduiertenschulen standen dabei 63 Anträge zur Entscheidung an, 38 von bereits geförderten Einrichtungen und 25 Neubewerbungen. Von den insgesamt 45 nun bewilligten Graduiertenschulen sind 33 Fortsetzungen von Projekten, die bereits seit 2006 beziehungsweise 2007 gefördert werden, und 12 erstmals bewilligte Projekte. Insgesamt wurden 71 Prozent aller Anträge für Graduiertenschulen bewilligt, dabei beträgt die Bewilligungsquote bei den Fortsetzungsanträgen 87 Prozent und bei den Neubewerbungen 48 Prozent.

Bei den Exzellenzclustern hatte der Bewilligungsausschuss über 64 Anträge zu entscheiden; von ihnen waren 37 Fortsetzungsanträge und 27 Neubewerbungen. Von den insgesamt 43 nun bewilligten Exzellenzclustern sind 31 Fortsetzungen von Projekten, die bereits seit 2006 beziehungsweise 2007 gefördert werden, und 12 erstmals bewilligte Projekte. Insgesamt wurden 67 Prozent aller Anträge für Exzellenzcluster bewilligt, dabei beträgt die Bewilligungsquote bei den Fortsetzungsanträgen 84 Prozent und bei den Neubewerbungen 44 Prozent.

Hier weitere Infos mit Landkarte: (2)

(2) http://www.bmbf.de/de/1321.php

Inhaltlich gab es laut DFG-Kleiner „bei der Verteilung auf die vier großen Wissenschaftsbereiche es keine Überraschungen und auch keine deutlichen Abweichungen von anderen Förderungen, etwa in den Programmen der DFG.“ (7)

Bei den Zukunftskonzepten standen insgesamt 16 Anträge zur Entscheidung an. Von den neun bereits seit 2006 beziehungsweise 2007 geförderten Zukunftskonzepten konnten sich sechs behaupten, von den sieben Neuanträgen wurden fünf bewilligt. Insgesamt wurden 69 Prozent aller Anträge für Zukunftskonzepte bewilligt, dabei beträgt die Bewilligungsquote bei den Fortsetzungsanträgen 67 Prozent und bei den Neubewerbungen 71 Prozent.“

Das Verfahren

Im März 2011 war eine Vorauswahl der Grundlage von  Antragsskizzen getroffen worden. Es konnten nun  63 Vollanträge für Graduiertenschulen und 64 Vollanträge für Exzellenzcluster gestellt werden. Diese Vollanträge wurden in 37 fachliche Panels gruppiert, durch international besetzte Prüfungsgruppen begutachtet und in der von der DFG eingesetzten Fachkommission beraten. Von den rund 457 Gutachterinnen und Gutachtern kamen etwa 87 Prozent aus dem Ausland. Die Begutachtung erfolgte nach den Kriterien der Forschungsqualität, dem Renommee der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, den Maßnahmen zur Nachwuchsförderung sowie den Forschungsstrukturen. (1)

Zu den Gutachtern machte DFG-Kleiner in der PK diese Mitteilung:

„Wir haben die Mitglieder unserer 37 Panels zu einer elektronischen Befragung eingeladen. An ihr haben sich fast 90 Prozent beteiligt. Die überwältigende Mehrheit hat sich überaus positiv bis begeistert geäußert. Mehr als 93 Prozent hielten die Begutachtungsverfahren für genau richtig, sogar 97 Prozent würden sich noch einmal in der Exzellenzinitiative engagieren. Und auch von den Mitgliedern unserer Kommissionen, international allesamt bestens ausgewiesen und vernetzt, haben wir immer wieder hören können, wie beeindruckt und begeistert sie waren und sind.“ (7)

Zuständig für die 16 Anträge für Zukunftskonzepte war die vom Wissenschaftsrat eingesetzte „Strategiekommission“. Gutachtergruppen besuchten die antragstellenden Universitäten und verschafften sich ein Bild vor Ort.Von den 119 Gutachterinnen und Gutachtern kamen 84 Prozent aus dem Ausland, etwa zwei Drittel aus europäischen Ländern, die übrigen aus Nordamerika und Asien. (1)Das Bewertungsverfahren: Bewertet wurden der Status quo einer Universität – bei Fortsetzungsanträgen auch der Umsetzungsstand – und das Zukunftskonzept sowie das sich daraus ergebende Potenzial. Voraussetzung für die Förderung von Zukunftskonzepten ist die Bewilligung mindestens eines Exzellenzclusters und einer Graduiertenschule an der jeweiligen Universität.  (4)  (5) (6)

Beide Prüf-Gremien, die Fach- und die Strategiekommission,  bildeten die „Gemeinsame Kommission“, in deren Sitzung am 14. und 15. Juni die Anträge und die Ergebnisse der Begutachtungen beraten wurden. Auf der Basis ihrer Förderempfehlungen (Grün, Gelb, Rot) fällte dann der Bewilligungsausschuss die Förderentscheidungen.  (3)

„Die Einrichtungen, deren Förderung jetzt nicht erneut befürwortet wurde, erhalten über zwei Jahre hinweg eine Auslauffinanzierung, zunächst von bis zu 70 Prozent und dann von bis zu 40 Prozent der für das letzte Jahr der Förderung beantragten Mittel. Damit können Projekte insbesondere des wissenschaftlichen Nachwuchses zu Ende geführt und natürlich auch eine andere Förderung gesucht werden.“, so DFG-Kleiner (7)

Zur Historie der Exzellenzinitiative

Zur Finanzierung

(Aus der Pressemitteilung, 1)

„Die Exzellenzinitiative zur Stärkung der universitären Spitzenforschung in Deutschland wurde im Juni 2005 von den Regierungschefs des Bundes und der Länder für zunächst fünf Jahre eingerichtet. Die ersten Förderentscheidungen fielen im Oktober 2006 und Oktober 2007. Mitte 2009 wurde die Laufzeit mit der zweiten Programmphase von 2012 bis 2017 verlängert, mit einem Bewilligungsvolumen von 2,724 Milliarden Euro (einschließlich Programmkostenpauschale, Überbrückungs- und Auslauffinanzierung). 75 Prozent des Geldes werden vom Bund und 25 Prozent von den Ländern bereitgestellt. In der Vereinbarung von Bund und Ländern waren als Richtgrößen für die einzelnen Förderlinien inklusive Programmkostenpauschale (20 Prozent) 1,2 bis 3 Millionen Euro pro Jahr für Graduiertenschulen und 3,6 bis 9,6 Millionen Euro für Exzellenzcluster angegeben. Der Richtwert in der Förderlinie Zukunftskonzepte beträgt insgesamt 142 Millionen Euro pro Jahr.

Zum 31. Oktober 2012 endet die erste Programmphase der Exzellenzinitiative. In ihr waren 39 Graduiertenschulen, 37 Exzellenzcluster und neun Zukunftskonzepte mit einem Fördervolumen von insgesamt 1,9 Milliarden Euro bewilligt worden. Projekte aller drei Förderlinien, die nicht weitergefördert werden, erhalten über zwei Jahre hinweg eine Auslauffinanzierung. Dafür haben Bund und Länder insgesamt 91,2 Millionen Euro inklusive Programmkostenpauschale zur Verfügung gestellt, die gestaffelt bewilligt werden: im ersten Jahr der Auslaufperiode bis zu 70 Prozent und im zweiten Jahr bis zu 40 Prozent der für das letzte Jahr der Förderung bewilligten Mittel.“ (1)

Für die Hochschulen standen im Rahmen der ersten beiden Auswahlrunden in den Jahren 2006 bis 2012 insgesamt 1,9 Mrd. Euro zur Verfügung. (2)

Für die gesamte Exzellenzinitiative, die 2005 mit einer ersten Phase begonnen hat und bis 2017 läuft, stellen Bund und Länder somit 4,6 Milliarden Euro bereit.

Pressekonferenz: Vorstellung der Ergebnisse

In der Pressekonferenz war die Rangordnung so, dass die Entscheidungen des Bewilligungsausschusses von der Politik (Schavan,  Ahnen,  Wanka) bekannt gegeben wurden. Kleiner, DFG, federführend bei Graduiertenschulen und Exzellenzclustern, und  Marquardt, Wissenschaftsrat, federführend für Zukunftskonzepte, erläuterten die Ergebnisse und das Verfahren aus Sicht der Wissenschaft.

"Die herausragende Qualität der Bewerbungen zeigt: Die Exzellenzinitiative hat einen großen Schub für unser Wissenschaftssystem gebracht", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan. "Sie hat zu einer stärkeren internationalen Sichtbarkeit unserer Hochschulen geführt. Unser Wissenschaftssystem wird heute weltweit sehr geschätzt und übt eine große Anziehungskraft aus." Allein zwischen 2005 und 2009 sei die Zahl der ausländischen Wissenschaftler in Deutschland um ein Drittel gestiegen. – Aus der Pressemitteilung des BMBF (9)

„Wir waren beeindruckt von der hohen Qualität der eingereichten Anträge in allen drei Förderlinien“, sagte  der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Wolfgang Marquardt.

DFG-Kleiner sagte: „Der Wettbewerb war sehr intensiv und sehr hochkarätig. … Die Entscheidungen, die wir zu treffen hatten, fielen denn auch nicht zwischen „gut“ und „sehr gut“, sondern zwischen „sehr gut“ und „noch besser“. (1)

Marquardt begann sein Statement mit einem Zitat aus einem Film, in dem ein Hotelmanager den Verbesserungsprozess seines Etablissements mit den Worten kommentiert: „Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist – dann ist es noch nicht das Ende.“ Auf die Situation der deutschen Wissenschaft gewendet, sagte der Ratsvorsitzende weiter: „Sehr vieles ist schon sehr gut geworden in unserem Universitätssystem, das belegen die internationalen Gutachtergruppen, die die 16 Anträge in der 3. Förderlinie geprüft haben. Die Universitäten sind – auch infolge ihrer Bewerbung – besser aufgestellt und das deutsche Hochschulsystem bereits viel sichtbarer geworden als noch vor wenigen Jahren.“ (8)

Marquardt weiter zu den Wirkungen der Zukunftskonzepte: „Die Sachverständigen, die die Anträge vor Ort begutachtet haben, waren beeindruckt vom Reformwillen der Universitäten und ihrer Fähigkeit zur Veränderung. Sie haben die Forschungsleistungen und die hohe Qualität der Forschenden wie der Studierenden ausdrücklich gewürdigt.  … Die Erarbeitung und interne Abstimmung eines Zukunftskonzeptes hat in den Hochschulen einen Prozess der Selbstreflexion und Strategieentwicklung ausgelöst, der allein schon eine Veränderung bewirkt hat und um den viele Sachverständige uns beneidet haben“.   (8)

Als eines der Erfolgsrezepte für ein erfolgreiches Zukunftskonzept nannte Marquardt „die breite Beteiligung an der Konzepterstellung erwiesen. Es war klug, Zukunftskonzepte nicht top down zu verordnen, sondern die Ideen in der ganzen Universität zu entwickeln. Strategien konnten sich dann intern wie auch im Wettbewerb durchsetzen, wenn Hochschulleitungen sich als integrierende Koordinatoren und Übersetzer von Ideen in Strukturen und Prozessen verstanden.

Zu den Kriterien Groß-Klein und Ost-West sagte Marquardt, dass die Behandlung der  Neuanträge zeige, dass es „faire Wettbewerbsbedingungen gab. Weiterhin werden einige große Volluniversitäten, aber auch mittelgroße und kleinere Universitäten mit einem weniger breiten Fächerspektrum in diesem Verfahren gefördert. Der frühere Vorteil der renommierten Traditionsuniversitäten, der sich 2006 noch stärker auswirkte, ist weiter relativiert worden. Junge und dynamische Hochschulen mit einem steilen Gradienten in ihrer Forschungsleistung konnten sich durchsetzen – oft nach schwierigem Start – und wurden für ihren Durchhaltewillen und intensive Aufbauarbeit belohnt. Sehr große Massenuniversitäten haben bewiesen, dass sich gute Lehre für viele Studierende und Spitzenforschung durchaus vereinbaren lassen.“ (8)

„Wir haben uns dazu entschlossen, die beantragten Budgets nicht in voller Höhe zu bewilligen, um dafür mehr Anträge fördern zu können“, so Marquardt. (1)

Kleiner, DFG: „Die Exzellenzinitiative hat das deutsche Wissenschaftssystem nachhaltig verändert und den Forschungsstandort im internationalen Vergleich gestärkt und wird es auch weiterhin tun – mit zukunftsweisenden Forschungsthemen und innovativen Modellen von Forschungsorganisation und -kooperation, die es ohne diesen Wettbewerb nicht gäbe.

Die heutigen Entscheidungen wurden rein wissenschaftsgeleitet vorbereitet und heute im Bewilligungsausschuss ebenso und einvernehmlich getroffen. Die Wissenschaft weiß es sehr zu schätzen, dass die Politik an diesem Grundsatz festhält. Gerade er ermöglicht die Auswahl und Förderung der besten Projekte.“ (7)

Wissenschaftspolitische Bewertungen

Nach Meinung von DFG-Kleiner „zeigt sich, wie auch bereits in der Vorrunde, dass jene Bundesländer besonders erfolgreich sind, die über viele Jahre hinweg in ihre Universitäten investiert haben. Dies trägt erheblich zu den zahlreichen Bewilligungen an den eher großen und ohnehin forschungsstarken Hochschulen und Standorten bei – neben denen aber auch eine Reihe kleinerer Hochschulen und Standorte mit ausgezeichneten neuen Bewerbungen Erfolg hatten.“ (7)

Bisherige Effekte der ExIn auf das deutsche Wissenschaftssystem sah DFG-Kleiner in vier Bereichen:

- neuartige Strukturen an den Universitäten und innovative Kooperationen zwischen Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen,

- modernisierte Hochschulverwaltungen,

- vielen zukunftsweisenden Forschungsthemen und -arbeiten

- und nicht zuletzt an zahlreichen neuen Stellen und Positionen (7)

Die regionale Verteilung der Elite-Unis, die sich 2006 noch etwas auf den Süden konzentrierte, zeige sich nunmehr „ausbalancierter“, sagte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, wobei es ihn besonders freue, dass dies nicht unter „Berücksichtigung von regionalen Proporzen, sondern rein nach Qualitätsgesichtspunkten“ zustande gekommen sei (8). Darin komme auch zum Ausdruck, dass man es mit einem „dynamischen Hochschulsystem“ zu tun habe, und etwa die Entscheidungen der ersten Programmphase  „die Weichen keineswegs ein für alle Mal gestellt“ hätten.

In Berlin erklärte HU-Präsident Olbertz: „Gerade in Bezug auf die Humboldt-Universität bin ich glücklich, dass unser Zukunftskonzept ebenso wie der Antrag der TU Dresden erfolgreich waren. Dies stärkt die Sichtbarkeit der ostdeutschen Universitäten und zeigt, dass sich seit 1990 hier potente, konkurrenzfähige Wissenschaftsstandorte entwickelt haben.“

Bisherige Effekte

„Ende 2011 waren an den Graduiertenschulen und Exzellenzclustern mehr als 17 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tätig. Über ein Drittel davon sind Wissenschaftlerinnen, rund ein Viertel des wissenschaftlichen Personals kommt aus dem Ausland, dies liegt beides deutlich über dem Durchschnitt der Hochschulen. Finanziert durch die Exzellenzinitiative wurden in beiden Förderlinien etwa 330 Professuren, zwei Drittel von ihnen sogar neu eingerichtet, was neben der Spitzenforschung auch der Lehre und den Studierenden zugutekommt.“ (7)

Was geschieht in fünf Jahren? Wie geht es weiter mit der ExIn?

DFG-Kleiner sagte in der PK: „Schon aus Gründen der Vernunft und der Fairness kann es keinen Zweifel darüber geben, dass auch die heute neu bewilligten Einrichtungen nach fünf Jahren die Chance auf eine zweite Förderung erhalten müssen – natürlich im Wettbewerb und unter strenger Begutachtung und Bewertung“.  (7)   Überdies  solle „der Schwung und die Dynamik der Exzellenzinitiative insgesamt dem deutschen Wissenschaftssystem erhalten bleiben“.

An den Bund und die Länder richtete DFG-Kleiner den Wunsch, „auch in Zukunft ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten in passenden Strukturen anzubieten, damit wir nicht hinter das Erreichte zurückfallen.“ (7)

Zwei weitere Punkte betonte Marquardt noch: Es gebe zum einen in Deutschland mehr exzellente Hochschulen als diejenigen elf, die jetzt belohnt wurden. Auch diesen müsse eine Perspektive eröffnet werden: „Wir dürfen mit den heutigen Entscheidungen keinen „closed shop“ erzeugen“ (8) Dies bedeute in Fortsetzung – weil das „große Ziel ist noch nicht erreicht“ sei – die Aufforderung an Bund und Länder: „Sorgen Sie mit dafür, dass dieses aufwändige Programm zu einem guten Ergebnis führt.“

Ministerin Schavan sagte, in den nächsten Jahren werde es darum gehen, die Werte zu erhalten, die mit der Exzellenzinitiative geschaffen wurden. Damit der Bund sich hier dauerhaft engagieren könne, sei aber eine Grundgesetzänderung für die Wissenschaft nötig. "Auch im Hinblick auf das Auslaufen der Exzellenzinitiative 2017 haben wir im Mai im Kabinett einen Gesetzentwurf beschlossen, wonach sich der Bund künftig langfristig an Hochschulen engagieren darf. Das ist ganz wichtig für die Zukunft unseres Wissenschaftssystems." Schavan forderte die Länder auf, diesem Entwurf zuzustimmen.  (9)

Manfred Ronzheimer

 

(1) http://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2012/pressemitteilung_nr_26/index.html

(2) http://www.bmbf.de/de/1321.php

(3)  Mitglieder Bewilligungsausschuss Exzellenzinitiative

http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/Bewilligungsausschuss.pdf

(4) Begutachtungskriterien Exzellenzcluster

http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/Kriterien_EXC.pdf

(5) Begutachtungskriterien für Zukunftskonzepte

http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/Kriterien_ZUK_Fortsetzungen.pdf

(6) http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/Entscheidungsprozess_Zeitplan.pdf

(7)http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/ExIn_Statement_Kleiner_2012.pdf

(8)http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/Statement_Marquardt_ExIni2012.pdf

(9)http://www.bmbf.de/press/3296.php