EDITORIAL
Editorial

Themen aus der Gruppe finanzieren

Unabhängiger Journalismus ist ein hohes Gut. Um dies zu erhalten, gehen wir neue Wege. Seit über einem Jahr stellen wir als Redaktion fachliche Themen zur Diskussion. Unsere Leser bewerten deren Wichtigkeit. Bereits hierdurch beteiligen sie sich an der redaktionellen Arbeit. Aus dieser Sammlung ist ein lesenswerter Überblick der vergangenen Monate entstanden.


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Wichtige Termine der Forschungs- und Hochschulpolitik in Deutschland – Ein Service von lemmens online


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Journalismus

23. Oktober 2012 |  Alina Steinmetz

Vom Themenranking zum Crowdfunding

Redaktion und Leser treffen sich im Dialog – Interesse an Recherchen steigt

Leser bewerten Redaktionsthemen. Das Portal lemmens online sammelte hierzu fast ein Jahr lang Erfahrung. Artikel aus der Hochschul-, Forschungs- und Innovationspolitik kamen zu einem guten Teil im Dialog zwischen Bürgern und Autoren zustande. Um unsere Leser in die Berichterstattung einzubeziehen, startete die Redaktion Ende vergangenen Jahres das Themenranking. Alle Ergebnisse der regelmäßigen Befragung finden sich im Ressort Themenranking auf der Website. Und dieser Beitrag fasst die wichtigsten Trends zusammen – ein Jahr deutsche Forschungs- und Innovationspolitik im Überblick. Künftig gehen wir noch weiter: Das sogenannte Crowdfunding bietet ab sofort die Möglichkeit, vorgeschlagene oder ausgewählte Themen finanziell zu unterstützen. Kommt das veranschlagte Budget für die Recherche zusammen, wird gearbeitet am Artikel und anschließend auf der Website publiziert. Die journalistischen Beiträge können dann kostenfrei weiterverendet werden. Auch Privatpersonen können ihre Ideen einbringen. So soll ein qualitativ hochwertiger und unabhängiger Journalismus gewährleistet werden.

zum ausführlichen Text


Themenranking-Ergebnis für die 27. Kalenderwoche (2. Juli - 8. Juli 2012)
DFG

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hält in dieser Woche ihre Jahresversammlung unter dem Motto „Zeit für Wissenschaft“ in Dortmund ab. Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung am 4. Juli steht die Wahl des Nachfolgers von DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner. Der Ingenieurwissenschaftler, der seit 2007 als erster Vertreter seines Wissenschaftsbereichs an der Spitze der DFG steht, scheidet nach zwei Amtsperioden turnusmäßig zum Jahresende aus dem Amt. Für die Wahl kandidieren Katharina Kohse-Höinghaus, Chemie, Universität Bielefeld; Martin Lohse, Pharmakologie, Universität Würzburg; Peter Strohschneider, Germanistische Mediävistik, Universität München. Der neugewählte Präsident oder die neugewählte Präsidentin wird das Amt zum 1. Januar 2013 antreten.

WEIZSÄCKER

Physiker, Philosoph, Friedensforscher: Vor 100 Jahren wurde Carl Friedrich von Weizsäcker geboren. Das Atom war sein Schicksal. Mit dem Missbrauch seiner Wissenschaft, der Kernphysik, zum Bau der Atombombe konnte sich Weizsäcker zeitlebens nicht abfinden. Die Konsequenzen, die er daraus zog, sein Widerstand gegen die atomare Aufrüstung und die Hinwendung zur Friedenforschung, sind die zentralen Themen der Gedenkveranstaltungen in diesem Jahr. Nach Kiel und Halle wurde an diesem Wochenende in Berlin an das Vermächtnis des Jahrhundert-Physikers erinnert. Göttingen beschließt im Dezember den Jubiläums-Reigen.

WISSENSCHAFTSPOLITIK

Das Wissenschaftssystem ist in Zeiten von Klimaveränderung und Finanzkrise zunehmend aufgefordert, Antworten auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu geben – was aber erkennbar nur unzureichend gelingt. Eine "Wissenschaft für und mit der Gesellschaft” bedarf der aktiven Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure wie Umweltverbände, Kirchen, Sozial- und Gesundheitsverbände und Gewerkschaften. Für die nachhaltige Neuausrichtung des Wissenschaftssystems können sie zentrale Impulse geben – dies haben einzelne Initiativen, wie die Veröffentlichung eines wissenschaftspolitischen Positionspapiers des BUND und Tagungen des NABU gezeigt. Alle fordern, von einer Wissenschaft ÜBER zu einer Wissenschaft FÜR die Gesellschaft zu kommen. In dieser Woche kommt in Berlin eine strategische Runde zusammen, die eine übergeordnete zivilgesellschaftliche Plattform für eine veränderte Wissenschaftspolitik anstrebt. Ihre Kritik: Die heutigen forschungspolitischen Institutionen und Strukturen sind auf eine zivilgesellschaftliche Mitarbeit und Beteiligung gar nicht angelegt. Hier gibt es einen echten Reformbedarf, kreative Ansätze und Ideen sind gefragt. Eigene Kapazitäten und die verbandsinterne Expertise in zivilgesellschaftlichen Organisationen müssen erst aufgebaut werden, um dauerhaft Einfluss auf die wissenschaftspolitischen Entscheidungsprozesse zu nehmen.

ENERGIEWENDE

Die Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“ hatte 2011 wesentliche Erfolgsfaktoren für eine gelingende Energiewende identifiziert und die gesellschaftliche Diskussion darüber vorangebracht. Ein Jahr danach fragt eine Expertenanhörung von Akteuren der Ethikkommission: Wie weit sind wir bei der Energiewende gekommen und welche Chancen bietet sie? Welche technologischen Voraussetzungen müssen, welche wissenschaftlichen Durchbrüche können wir schaffen? Und was tun wir, wenn der Weg zur nachhaltigen Energie buchstäblich durch Grundstücke verläuft und Landstriche verändert?

Gastgeber der Expertenanhörung in Berlin waren Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) und Co-Vorsitzender der Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“, Reinhard F. Hüttl, Präsident acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und Mitglied der Ethikkommission und Robert Schlögl, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft und Mitglied acatech. Zunächst diskutierten sie mit acht Experten über die Preise und Kosten, Erträge und Chancen der Energiewende. Im zweiten Teil der Veranstaltung mit neun Fachleuten standen die Infrastruktur, Stromerzeugung, Netze, Speicher und Verbrauch im Zentrum.


Themenranking-Ergebnis für die 26. Kalenderwoche (25. Juni - 1. Juli 2012)
NACHHALTIGKEITSFORSCHUNG

Zu einem öffentlichen Fachgespräch über die „Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung“ in Deutschland hat der Bildungsausschuss des Bundestages in dieser Woche mehrere Experten geladen. Auf der Liste der Sachverständigen stehen Prof. Dr. Arnim von Gleich vom Forschungszentrum Nachhaltigkeit an der Universität Bremen, Dr. Jürgen Hampel von der Universität Stuttgart, Institut für Sozialwissenschaften, Abteilung für Technik- und Umweltsoziologie, PD Dr. Mark Lawrence, Wissenschaftlicher Direktor am Institute for Advanced Sustainability Studies e. V. (IASS), Potsdam, Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Freie Universität Berlin, Institut für Geologische Wissenschaften, Fachrichtung Paläontologie, Dr. Steffi Ober, NABU - Naturschutzbund Deutschland e. V., Berlin sowie Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.

HELMHOLTZ ENERGY-TRANS

Die Energiewende ist nicht allein ein technisches Projekt, sondern zu ihrem Gelingen muss auch das gesellschaftliche Umfeld berücksichtigt und aktiv einbezogen werden. Diesen Ansatz verfolgt der neue Forschungsverbund der Helmholtz-Gemeinschaft „ENERGY-TRANS – Zukünftige Infrastrukturen der Energieversorgung“. Dabei soll die Transformation des Energiesystems vor allem von der Bedarfs- und Nutzerseite aus betrachtet und die vielfältigen Schnittstellen zwischen technischen und sozialen Faktoren, die den Umbauprozess hin zu neuen Infrastrukturen bestimmen, eingehend analysiert werden.

In dem Verbund arbeiten vier Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft mit drei universitären und einem außeruniversitären Partner zusammen. Das KIT fungiert als Koordinator. Sozial- und Politikwissenschaftler, Psychologen und Philosophen, Wirtschafts- und Rechtswissenschaftler, Ingenieure und Systemanalytiker arbeiten fächerübergreifend in fünf Forschungsfeldern, 17 Projekten und zwei Querschnittsthemen. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelt die Allianz auch „Wissen zum Handeln“, das in gesellschaftliche Debatten, Stakeholder-Diskussionen und Politikberatung einfließen soll. Die Allianz ist auf fünf Jahre – 2011 bis 2016 – angelegt und hat ein Projektvolumen von 16,5 Millionen Euro.

SOZIOÖKONOMISCHES PANEL

Empirische Sozialforscher kommen in dieser Woche zur 10. SOEP-Nutzerkonferenz in Berlin zusammen. Das Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) ist die größte und am längsten laufende multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland. Für das SOEP werden jedes Jahr mehr als 20 000 Menschen in rund 11 000 Haushalten vom Umfrageinstitut TNS Infratest Sozialforschung befragt. Die Daten des SOEP geben unter anderem Auskunft über Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung und Gesundheit. Weil jedes Jahr dieselben Personen befragt werden, können nicht nur langfristige gesellschaftliche Trends, sondern auch die gruppenspezifische Entwicklung von Lebensläufen besonders gut analysiert werden.

Die 66 Vorträge der Berliner Konferenz reichen von der Arbeitsmarktforschung (Wie wirkt sich leistungsbezogene Bezahlung auf die Löhne aus?) über die Bildungsökonomie (Sind die Kinder wohlhabender Eltern besser gebildet als andere?) bis hin zur Zufriedenheitsforschung (Welche Rolle für das Glück spielen Faktoren wie partnerschaftliche Absprachen, Arbeitsverträge und gute Luft?).

DER DOPPELTE LEIBNIZ

Auch im Jahre 22 nach der deutschen Wiedervereinigung wird der Geburtstag des Akademie-Gründers Gottfried Wilhelm Leibniz in Berlin wieder doppelt gefeiert. Während die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften am 30. Juni zu ihrer Festveranstaltung, dem „Leibniztag“, im Konzerthaus am Gendarmenmarkt direkt gegenüber dem Akademiegebäude, zusammen kommt, begeht die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e. V. zwei Tage zuvor im Adlershofer Bunsensaal ihren „Leibniz-Tag“. Die Sozietät, im Jahre 1993 als eingetragener Verein mit Sitz in Berlin konstituiert, baut nach eigenen Angaben „auf eigenständigen Forschungen ihrer Mitglieder auf und bietet ihnen ein Forum der Diskussion und Publizität“, in klassischer Akademiestruktur mit Plenum, Klassen und Arbeitsgruppen. Ehrungen und Preise gibt es in beiden Veranstaltungen. Den Festvortrag bei der BBAW hält der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann („Kompetenz in Weltverständnis - Was Auswärtige Kultur- und Wissenschaftspolitik leisten kann“). Bei der Sozietät ist der Festredner Prof. Dr. Tom Rapoport (Harvard Medical School, Boston, USA, Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin), der über „Kompartmentierung und Strukturierung biologischer Zellen“ spricht.


Themenranking-Ergebnis für die 25. Kalenderwoche (18. Juni - 24. Juni 2012)
AKADEMIENTAG

Alljährlich kommen die deutschen Wissenschaftsakademien zu einem Thementag zusammen. In dieser Woche unter der Federführung der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover zum Thema „Recht und Willkür“. Einem spannenden und zugleich hochaktuellen Thema, denkt man etwa an Nachrichten über Menschenrechtsverletzungen oder die Entwicklungen des „Arabischen Frühlings“, bei dem die Menschen im Vorderen Orient einerseits politische und individuelle Rechte einfordern und andererseits autoritäre Regime mit allen Mitteln versuchen, die bestehenden Herrschaftsstrukturen aufrecht zu erhalten. Aber auch in pluralistischen Gesellschaften mit freiheitlicher Rechtsordnung erfolgen regelmäßig Diskussionen im Kontext von Recht und Willkür. Etwa wenn es um die angebliche Internetzensur geht oder um das Thema Vorratsdatenspeicherung. Im Kern geht es bei allen Fragen auch immer um einen zentralen Menschheitsbegriff, nämlich den der Freiheit. Auf dem Akademientag werden renommierte Rechtswissenschaftler und Historiker aus den deutschen Wissenschaftsakademien diese Themen ausleuchten.

INNOVATIONSGIPFEL

Die Bundesländer Berlin und Brandenburg haben ihre Innovationspolitik fusioniert und in fünf thematische Cluster portioniert. Nach einem Jahr Gesamtkonzept wird in dieser Woche eine erste Zwischenbilanz gezogen: Was bringen diese Cluster von Wirtschaft und Wissenschaft, als deren Frontman-Sprecher bekannte Forscher-Persönlichkeiten fungieren? Sind Effekte erkennbar oder fällt bei der strengen Re-Sortierung zu Medizin, Energie, Informatik, Optik und Verkehr zuviel ungeplante Innovation durch den Rost? Auch unter Wirtschaftswissenschaftler ist das Konzept der Clusterung nicht unumstritten. Worin bestehen die Dissense?

WISSENSCHAFTKOMMUNIKATION

1999 forderten die führenden deutschen Wissenschaftsorganisationen in einem Memorandum mehr Engagement von Forschern im Dialog mit der Öffentlichkeit. Heute eröffnen Blogs, Youtube und Google+ Wissenschaftlern nahezu schrankenlose Möglichkeiten aktiver Kommunikation. Außerhalb der digitalen Welt erblühen mit Kinderunis und Science Slams weitere neue Formate. Und schließlich wird die Selbstdarstellung von Wissenschaft durch Exzellenzinitiative und Communicatorpreise geradezu institutionalisiert. In dieser schönen neuen Welt der Wissenschaftskommunikation verändern sich zwangsweise die Rollen aller Beteiligten: Wissenschaftler, Öffentlichkeitsarbeiter, Journalisten. Am Wissenschaftsstandort Berlin-Adlershof versucht in dieser Woche Dr. Carsten Könneker, Chefredakteur „Spektrum der Wissenschaft“, eine Zukunftsschau. Sein Thema: Social Media, Science Slam, Spektrum der Wissenschaft - Wie sich unsere Kommunikation über Wissenschaft verändert. Tags zuvor hatte er zum gleichen Thema an Uni Greifswald gesprochen.

TOPOI

Eben erst erfolgreich für die zweite Förderphase der Exzellenzinitiative geadelt, eröffnet der Exzellenzcluster „Topoi“ der FU Berlin in dieser Woche im Berliner Pergamonmuseum seine große Bilanz-Ausstellung. Unter dem Titel „Jenseits des Horizonts“ wird dargestellt, wie in den antiken Kulturen des erweiterten Mittelmeerraumes Wissen entstand, genutzt und weiter gegeben wurde. Durch die Entwicklung von Schrift konnten neue Organisationsformen geschaffen und Wissen festgehalten werden. Von exakten Kenntnissen der Naturphänomene zeugt insbesondere die Himmelsbeobachtung, wie sie sich früh im Vorderen Orient, Ägypten und Europa nachweisen lässt. Die Standardisierung von Maßeinheiten und die Landvermessung dienten der Organisation und politischen Aneignung von Räumen. Ein zentraler Bereich der Ausstellung präsentiert die Kartierung der Welt, die in Darstellungen und Texten die konkrete Umsetzung geografischen Wissens spiegelt.


Themenranking-Ergebnis für die 24. Kalenderwoche (11. Juni - 17. Juni 2012)
Themenranking-Ergebnis für die 24. Kalenderwoche
EXZELLENZINITIATIVE

Die dritte Runde der Exzellenzinitiative geht in die finale Phase: Am 15. Juni fällt die endgültige Entscheidung, welche der ausgewählten Universitäten den Zuschlag für die Förderung bis 2017 erhalten. An diesem Tag wird der zuständige Bewilligungsausschuss – bestehend aus der Gemeinsamen Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrates sowie den für Wissenschaft und Forschung zuständigen Ministerinnen und Ministern des Bundes und der Länder – in Bonn darüber befinden, welche Hochschulen mit welchen Projekten in den drei Förderlinien Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung gefördert werden.

MAX PLANCK

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ist in dieser Woche mit ihrer Jahresversammlung zu Gast in Düsseldorf . Erwartet werden rund 650 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, darunter auch Nobelpreisträger der Max-Planck-Gesellschaft. Nordrhein-Westfalen ist Sitz von zwölf Max-Planck-Instituten. Höhepunkt der Jahresversammlung ist die Festversammlung am 14. Juni in der Rheinterrasse, wozu u.a. auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan und die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze erwartet werden. Mit aktuellen Fragen zum Klimawandel beschäftigt sich der Festvortrag von Meinrat O. Andreae, Direktor am MPI für Chemie in Mainz.

TRANSFORMATIONSKONGRESS

In Berlin fand am Wochenende der Transformationskongress statt, mit dem Naturschützer, Gewerkschaften und Christen ein neues historisches Bündnis begründen wollten: ein Bündnis für Nachhaltigkeit in erweitertem Sinne. Das bestehende Wirtschaftssystem, das den Planeten über seine Regenerationsfähigkeit ausbeutet und zwischen den Menschen extreme Ungleichheit produziert, soll in ein neues, natur- und sozialverträgliches Wirtschaften unter Abkehr vom alten Wachstumsbegriff transformiert werden. Die Tagung fand statt mit Blick auf die Rio-Konferenz in der kommenden Woche, auf der ebenfalls die Themen ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Entwicklung durch grüne Ökonomie im Mittelpunkt stehen. Wir vertiefen, welche Rolle in diesem Prozess die Wissenschaft spielt: wie sie Transformation voranbringt und sich selbst ebenfalls transformieren muss. Dazu Gespräche mit führenden Akteuren der „Transformativen Wissenschaft“.

VERSORGUNGSFORSCHUNG

Der Bundestag-Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung führt in dieser Woche ein öffentliches Fachgespräch zu den „Perspektiven der Versorgungsforschung“ durch. Dabei geht es um eine neue Ausrichtung der Gesundheitsforschung, die angesichts des demographischen Wandels einen stärkeren Fokus auf die so genannten Volkskrankheiten legen will – jene Krankheiten, die die meisten Menschen betreffen. Dazu hat die Bundesregierung Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung gegründet und will so die universitäre und außeruniversitäre Forschung zu weit verbreiteten Volkskrankheiten bündeln. Zudem sollen die Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Nachwuchses verbessert werden und die klinische Forschung gestärkt werden. Zu den geladenen Sachverständigen gehören unter anderem Experten für Public Health, Vertreter vom Fachausschuss "Versorgungsmaßnahmen und -forschung" der Deutschen Krebshilfe e. V., von der Abteilung für Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung der Uni Bremen, vom Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft der Universität zu Köln.


Themenranking-Ergebnis für die 23. Kalenderwoche (4. Juni - 10. Juni 2012)
Themenranking-Ergebnis 23. Kalenderwoche 2012
UMWELTWOCHE

In dieser Woche kommt die deutsche Umweltforschung und Umwelttechnik zu einer zweitägigen Leistungsschau im Garten des Schlosses Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten in Berlin, zusammen. Zugleich finden in der Woche vor Beginn des Nachhaltigkeitsgipfels in Rio eine Vielzahl von Studien-Präsentationen und hochrangigen Diskursen zur Lage der Ökologie und Maßnahmen zum Klimawandel statt. Was sind die wichtigsten Einlassungen von wissenschaftlicher Seite? Etwa in den Studien von SRU und PIK.

LANGE NACHT

Die Berliner Lange Nacht der Wissenschaften, Pionier dieses Hands-on-Popularisierungsformats (Wissenschaft zum Anfassen), hat am Wochenende im 11. Durchgang die Besucherzahl erneut nicht steigern können. Ist das auf lokale Spezifitäten in der event-überladenen Hauptstadt zurückzuführen oder ist hier – wieder pionierhaft – eine Trendwende zu erkennen? Muss sich Wissenschaft künftig anders präsentieren, um die nicht-wissenschaftliche Gesellschaft zu erreichen? Wir nehmen eine Analyse vor und prüfen Change-Vorschläge.

WASSERSTOFF

An der TU Cottbus wird in dieser Woche ein Wasserstoff-Forschungszentrum eröffnet. Wie sich allmählich im Zuge der Energiewende herausschält, sind weniger die Netze, sondern vielmehr die Speichertechnologien die Achillesferse für den breiteren Einsatz der erneuerbaren Energien. Daher sind Forschungsaktivitäten in diesem Bereich von höchster volkswirtschaftlicher Bedeutung.

Das weltweit erste Wasserstoff-Wind-Biogas-Hybridkraftwerk in Prenzlau/Uckermark des Unternehmens ENERTRAG AG wird mit dem neuen Forschungszentrum an der BTU Cottbus wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, diesen neuen Kraftwerkstyp grundlastfähig zu machen. Im Wasserstoff-Forschungszentrum an der BTU Cottbus geht es darum, mit weitaus höherem Druck zu operieren, um das in Prenzlau verwendete Verfahren zu verbessern. Das Forschungsziel des Lehrstuhls Kraftwerkstechnik unter der Leitung von Prof. Hans Joachim Krautz ist es, die alkalische Druckelektrolyseanlage zu erproben und zu optimieren. Gelingt dies, würde ein wichtiger Beitrag zur Integration erneuerbarer Energien und damit zur CO2-Reduzierung geleistet.

GRÜNDUNGEN

In Berlin diskutiert in dieser Woche ein Innovationsforum, wie sich die Zahl der Gründungen in der Hauptstadt steigern lässt. Ein ganz zentraler Gründerquell sind die Wissenschafts-Einrichtungen, doch der Unternehmens-Output in Form von Startups ist noch gering. Wie lassen sich Gründer-Kulturen nach dem Muster des Silicon Valley realisieren? Und wenn die Firma dann steht, wie bekommt sie ein nennenswertes Wachstum? Berlin-Brandenburg hat sich zum Beispiel in den letzten 15 Jahren zum stärksten Standort für Biotechnik-KMUs entwickelt. Aber von 2002 bis 2011 erhöhte sich die Beschäftigtenzahl dieser Hightech-Firmen gerade mal von 3000 auf 4000. Boom sieht eigentlich anders aus.


Themenranking-Ergebnis für die 22. Kalenderwoche (29. Mai - 3. Juni 2012)
WISSENSCHAFTSRAT

Der Wissenschaftsrat hält in dieser Woche seine Frühjahrs-Pressekonferenz ab, in der er über die Empfehlungen und Stellungnahmen berichtet, die während der Plenarsitzungen des Rates vom 23. bis 25. Mai in Bremen beraten wurden. Dazu zählen diese Themen: Private und kirchliche Hochschulen in Deutschland, Die Perspektiven der Institutionellen Akkreditierung und die Akkreditierung als Instrument der Qualitätssicherung, die EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden, Bilanz nach fünf Jahren Offensive für Chancengleichheit, Weiterentwicklung des Forschungsratings, Empfehlungen zum Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, die Förderung von Forschungsbauten (ein wichtiges Finanzthema, das im Januar verschoben wurde) sowie die Nachverfolgung einer früherer Empfehlungen.

KOOPERATIONSVERBOT

Die Bundesregierung will in dieser Woche einen Gesetzentwurfes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 91b) beschließen, mit dem der Weg für mehr Kooperation von Bund und Ländern in der Wissenschaft frei gemacht wird. Der von Bundesforschungsministerin Annette Schavan vorgelegte Entwurf sieht vor, dass Bund und Länder außer einzelnen Vorhaben in Zukunft auch längerfristig Hochschuleinrichtungen von überregionaler Bedeutung gemeinsam fördern können. Bislang kann der Bund Forschungseinrichtungen nur außerhalb von Hochschulen unterstützen. Künftig gibt es mehr Flexibilität: Der Bund kann dann nicht nur zeitlich und thematisch begrenzte Projekte wie zum Beispiel die Exzellenzinitiative oder den Hochschulpakt fördern, sondern auch dauerhaft Einrichtungen und Vorhaben der Wissenschaft und Forschung an Hochschulen. Wie sind die Reaktionen auf das Vorhaben? Ziehen Bundesländer und Hochschulen mit oder kommt es – wie bei der Energiewende – doch zum reformerischen Stillstand?

EVENTISIERUNG

Für die Popularisierung der Wissenschaft wird inzwischen ein enormer Aufwand betrieben. Aus dem Aufruf des Stifterverbandes 1999, in Deutschland mehr für das „Public Understanding of Science“ zu tun, ist seitdem eine regelrechte Event-Industrie entstanden. Allein das Bundesministerium für Bildung und Forschung gibt für sein Wissenschaftsjahr sechs Millionen Euro aus, das Wissenschaftsschiff kostet eine knappe Million. Den Lübecker „Wissenschaftssommer“ finanziert die Initiative „Wissenschaft im Dialog“, die von den zehn führenden deutschen Forschungsorganisationen getragen wird. Allerdings machen sich erste Erschöpfungs-Symptome bemerkbar. Mit 32.000 Besuchern im vorigen Jahr hatte die Berliner Wissenschafts-Nacht das Ende des Wachstums erreicht. Der Wissenschaftssommer, der zuvor im Jahreswechsel eine deutsche Landeshauptstadt beglückte, findet diesmal in Lübeck zum letzten Mal statt. Auch der der Stifterverband hat seinen Wettbewerb zur Identifizierung der führenden „Stadt der Wissenschaft“ Deutschlands eingestellt.

Zudem mehren sich sogar wissenschaftliche Zweifel am Nutzwert der Aktionen. Ist der Zenit der Wissenschafts-Popularisierung überschritten?

URBAN FARMING

Ein erfolgreicher Wissenstransfer aus der Leibniz-Gemeinschaft kann die Welternährung revolutionieren. In Berlin nimmt das junge Öko-Unternehmen ECF | Efficient City Farming in dieser Woche seine erste Stadtfarm in Betrieb. Sie besteht aus Fischtanks mit aufgesetztem Gewächshaus, was neben der Fischzucht auch die nachhaltige Gemüse- und Kräuterproduktion mitten in der Stadt erlaubt. Das Konzept fußt auf langjährigen Forschungs-Vorarbeiten des Leibniz Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin, das diese Technik jetzt auslizensiert hat. Das Prinzip funktioniert außergewöhnlich effizient: Weil die Fische die Pflanzen düngen und die Pflanzen das Wasser reinigen entsteht ein Kreislauf, der auf engstem Raum eine ressourceneffiziente Landwirtschaft in der Stadt ermöglicht. Ein einzelner Tank produziert im Jahr ca. 100 Kilogramm Fisch und bis zu 400 Kilogramm Gemüse. In New York ist das sogenannte Urban Farming längst etabliert und auch in Berlin entwickelt sich ein wahrnehmbarer Trend. Zielgruppe der ungewöhnlichen Anbaumethode sind neben Hotels, Gastronomen oder Unternehmen auch die Verbraucher selbst, die solche lokal und ökologisch angebauten Lebensmittel locken. Langfristig bietet sich damit eine Versorgungsoption für die explodierenden Megastädte der Erde.


Themenranking-Ergebnis für die 21. Kalenderwoche (21. Mai - 28. Mai 2012)
RUSSLAND

Mit einer Konferenz an der Freien Universität Berlin geht in dieser Woche das Deutsch-Russische Wissenschaftsjahr zu Ende. Es stand unter dem Motto "Partnerschaft der Ideen" und hatte seit Mai 2011 in beiden Ländern die Vielfalt und die Exzellenz deutsch-russischer Bildungs- und Forschungskooperationen zum Ausdruck gebracht. In weit mehr als 200 Veranstaltungen wurden neue Kontakte geknüpft, wichtige Impulse für zukünftige Projekte gegeben und neue Initiativen auf den Weg gebracht. Das Jahr hatte die vier Schwerpunkte Nachwuchswissenschaftler, Berufsbildung, Spitzenforschung und Innovation. Laut Bundesforschungsministerin Annette Schavan haben sich die Beziehungen beider Länder auf Forschungs- und Bildungsebene spürbar intensiviert. Es seien zahlreiche Entwicklungen angestoßen worden, die weit über dieses Wissenschaftsjahr hinaus reichen.

DFG

Seit 1997 legt die Deutsche Forschungsgemeinschaft alle drei Jahre das umfangreiche „DFG-Förder-Ranking“ vor. In dieser Woche ist es wieder soweit. In Berlin wird die nunmehr sechste Ausgabe des Zahlen- und Datenwerks erstmals als „DFG-Förderatlas“ präsentiert. Er gibt Antwort auf diese Fragen: Welche Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen erhalten wie viele Fördergelder für ihre Forschung? Von wem kommen diese Drittmittel? Und wie tragen sie zu Profilbildung und Wettbewerb in Wissenschaft und Forschung bei?

Der neue Name weist bereits auf eine Neuerung hin: Mit noch mehr kartographischen Darstellungen gibt der „DFG-Förderatlas“ nun noch detaillierter Auskunft etwa über die Entwicklung von Wissenschaft und Forschung in einzelnen Regionen oder Fächern.

INNOVATIONSPOLITIK

Im Deutschen Bundestag wird Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan in dieser Woche eine 20-minütige Regierungserklärung zur Innovationspolitik abgeben, an die sich eine 90-minütige Debatte im Plenum anschließt. Grundlage ist das "Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit 2012" der Expertenkommission Forschung und Innovation, das die Bundesregierung ebenso vorgelegt hat wie in der vorigen Woche den Bundesbericht Forschung und Innovation 2012. Die Stellungnahme der Regierung zum Gutachten setzt sich unter anderem mit dem Fachkräftemangel auseinander und fordert die vertikale und horizontale Durchlässigkeit des Bildungssystems. Erstmals beraten wird zudem ein Antrag der Fraktion Die Linke, der fordert, verstärkt auch soziale und Dienstleistungsinnovationen zu erforschen und zu fördern.

FRAUENTECHNIK

"Frauen und Technik - von alten Bildern zu neuen Rollen?", unter diesem Titel lädt der Bundestags-Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, der Deutsche Frauenrat und das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) in dieser Woche zu einem Workshop. Die Veranstaltung will dem Mythos einer technischen und einer nichttechnischen Welt, der sich in den Unterschieden zwischen Männern und Frauen traditionellerweise manifestiert, nachgehen. Weiterhin sollen die Chancen durch eine stärkere Beteiligung von Frauen bereits bei der Technikentwicklung ausgelotet und mögliche Handlungsräume und sich ergebender Handlungsbedarf thematisiert werden. Gefragt wird: Gibt es tatsächlich einen spezifisch weiblichen Blick auf Technik? Verändert sich das Technikdesign durch die größere Teilhabe von Frauen? Brauchen wir eine stärkere weibliche Beteiligung und eine bessere Berücksichtigung ihrer Interessen in der Diskussion um technische Entwicklungen und Technologiepolitik? Was müsste getan werden, um die höhere Beteiligung der Frauen in technischen Bereichen zu unterstützen?


Themenranking-Ergebnis für die 20. Kalenderwoche (14. Mai - 20. Mai 2012)
BUNDESFORSCHUNGSBERICHT

Das Bundeskabinett beschließt in dieser Woche den alle zwei Jahre erscheinenden Bundesbericht Forschung und Innovation. Mit dem 643 Seiten dicken Bericht antwortet die Bundesregierung auf das Gutachten der Expertenkommission EFI, das im Februar vorgelegt worden war. Laut Bericht hat sich die Innovationsfähigkeit Deutschlands weiter gesteigert. Mittlerweile werden in Deutschland mehr Patente pro Kopf der Bevölkerung als in den USA beantragt. Wir prüfen das Dokument darauf, ob zentrale EFI-Empfehlungen wie die Neujustierung der Kernfusionsforschung Eingang gefunden haben. Wie werden andere kritische Forschungs- und Innovationsthemen – wie grüne Gentechnik oder CCS – behandelt?

WORLDWATCH

In Berlin wird in dieser Woche der neue Bericht des Worldwatch Institutes „Zur Lage der Welt“ vorgestellt. Der Report erscheint seit 1984. An dieser Ausgabe arbeiteten 34 Wissenschaftler aus aller Welt mit. Mit dem Titel der Originalausgabe „Moving Toward Sustainable Prosperity“ soll ausdrücklich ein positiv besetzter Begriff in den Mittelpunkt gestellt werden. Dabei geht es um die Verknüpfung von sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit. Der Bericht zeigt, dass die Ziele der Nachhaltigen Entwicklung, wie sie beim Erdgipfel in Rio 1992 formuliert wurden, bei weitem nicht erreicht sind. Gerade wegen ihrer öffentlichen Wahrnehmung ist die Konferenz Rio20+ im kommenden Monat für die Worldwatch-Experten eine große Chance, um die bisherigen Grenzen der Debatte weiter auszudehnen. Unter anderem zur Diskussion über einen neuen Wachstumsbegriff, für den im Buch der Vorschlag einer „Wachstumsrücknahme“ (Degrowth) gemacht wird.

SKEPTIKER

Wahrsager und Astrologen verzeichnen regen Zulauf. Warum vertrauen Menschen pseudowissenschaftlichen Behauptungen? Unser Gesundheitssystem ist zu teuer, doch die Krankenkassen übernehmen zum Teil unwirksame medizinische Behandlungen. Was macht Alternativmedizin so attraktiv, und wie können wir beurteilen, was hilft und was nicht? Menschen schätzen Risiken - wie Flugzeugabstürze oder die Gefahren des Rauchens - im Alltag oft grotesk falsch ein. Woran liegt das? Fragen dieser Art werden auf der 6. Weltskeptikerkonferenz wird zum sechsten Mal diskutiert und hoffentlich beantwortet. Die „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften – die Skeptiker“ veranstaltet sie gemeinsam mit ihren europäischen und amerikanischen Partnerorganisationen. Die GWUP wurde 1987 als der deutsche Teil des internationalen Skeptiker-Netzwerkes gegründet und ist ein wegen Förderung der Volksbildung als gemeinnützig anerkannter Verein. Ihre rund 1100 Mitglieder sind überzeugt, dass Wissenschaft, Aufklärung und kritisches Denken für die gesellschaftlichen Herausforderungen von heute und morgen wichtiger sind denn je. Sie engagieren sich für ein sorgfältiges Prüfen parawissenschaftlicher Behauptungen und setzen sich dafür ein, wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse einem breiten Publikum verständlich zu machen.

PFLANZENFORSCHUNG

Am Freitag nach Himmelfahrt (18. Mai) wird sich weltweit alles um das Thema Pflanzen und ihre Bedeutung für uns und unsere Erde drehen. Die European Plant Science Organization (EPSO) initiiert den ersten Fascination of Plants Day und koordiniert alle zentralen Aktivitäten. Über 500 Institutionen aus 39 Ländern beteiligen sich mit verschiedenen Aktivitäten. In Deutschland bieten 30 Einrichtungen Aktionen an. Die unterschiedlichsten Einrichtungen – von Botanischen Gärten bis hin zu Pflanzenforschungszentren, aber auch Künstler – öffnen ihre Türen und informieren rund um die Themen Pflanzenforschung, Agrarforschung, Umweltschutz, Biodiversität sowie Bildung und Kunst mit Pflanzen. Den Teilnehmern wird die Gelegenheit geboten, mit Pflanzenforschern und Pflanzen-Enthusiasten ins Gespräch zu kommen. Dabei können sie über Grundlagenforschung oder auch angewandte Forschung in der Pflanzenbiologie diskutieren.


Themenranking-Ergebnis für die 19. Kalenderwoche ( 7. Mai - 13. Mai 2012)
WBGU

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) veranstaltet in dieser Woche in Berlin das Symposium “Towards Low-Carbon Prosperity: National Strategies and International Partnerships“. Es thematisiert unter Beteiligung von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit hochrangigen Gästen aus Deutschland, China, USA, Indien, Japan und anderen Ländern Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit, um die zentralen Technologien und politischen Strategien für eine klimaverträgliche Entwicklung voranzutreiben. Das Symposium soll die weltweit wichtigsten Ansätze zur Dekarbonisierung auf höchstem Expertenniveau zusammenschauen und die jeweiligen Vor- und Nachteile herausarbeiten.

Anlaß ist der bevorstehende Rio+20-Nachhaltigkeitsgipfel. Der WBGU hatte im vergangenen Jahr eine viel beachtete Studie über die notwendigen Maßnahmen für eine „Große Transformation“ zur klimaverträglichen Gesellschaft vorgelegt, die als Voraussetzung für die Zukunft der modernen Industriegesellschaft angesehen wird. Die Regierungen vieler Länder sind bereits dabei, ihre Wirtschaft zu dekarbonisieren. Unterschiede in den wirtschaftlichen, technischen und politischen Herangehensweisen ermöglichen gegenseitiges Lernen.

WISSENSCHAFTSSYSTEM

Wohin läuft das Wissenschaftssystem? Die Diskurs- und Reflexionsveranstaltungen, die einen Metablick auf den Wissenschaftsbetrieb in Deutschland richten, geben sich die Klinke in die Hand. In dieser Woche ist das Projektzentrum Berlin der Stiftung Mercator an der Reihe. Hier wird eine Systemanalyse aus der Sicht einer „transformativen Wissenschaft“ angestrebt. Die Runde von Forschern, Wissenschaftsmanagern und –politikern lockt mit Antworten auf folgende Fragen: Welchen Forschungsbedarf gibt es für den Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft? Welche Strategien bestehen hierfür seitens der Wissenschaft und der großen Förderorganisationen? Welche Herausforderungen bestehen bei der Umsetzung von Transdisziplinarität an Hochschulen und in den großen Wissenschaftsorganisationen sowie im Rahmen öffentlicher Förderprogramme? Unsere ergänzende Frage: Wohin läuft diese Diskussion?

BÜRGERWISSENSCHAFT

In dieser Woche findet in Bonn die „5. Living-Knowledge-Konferenz“ statt, die europaweite Ansätze bespricht, mit denen versucht wird, eine neue Brücke zwischen Bürgern und Wissenschaft zu schlagen. Leitfragen der Tagung, die vom Wissenschaftsladen Bonn – also einer zivilgesellschaftlichen Wissensaktivität bottom-up – organisiert wird, sind unter anderem: Wie können Wissenschaftler und Bürger zusammenarbeiten, so dass es unmittelbar von Nutzen ist? Wie können Bürger in verständlicher Form über wissenschaftliche Erkenntnisse informiert werden? Und wie können Wissenschaftler umgekehrt Probleme, Forderungen und Befürchtungen gesellschaftlicher Gruppen in die Forschung einbeziehen? Die dreitägige Konferenz ist außerdem eine Diskussions- und Austauschplattform für die Befunde und Ergebnisse der ersten Hälfte des von der EU geförderten PERARES-Projekts (Public Engagement with Research and Research Engagement with Society).

INTERNET

Gemeinsam mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) hatte das Bundesministerium des Innern vor einem Jahr den Ideenwettbewerb „Vergessen im Internet“ gestartet. In dieser Woche findet in Berlin die Preisverleihung mit Bundesinnenminister Dr. Friedrich und acatech-Präsident Prof. Kagermann statt. Der Wettbewerb hatte eine breite Diskussion über die Vor- und Nachteile der permanenten Verfügbarkeit von Daten und Informationen im digitalen Zeitalter angestoßen. Schüler, Studenten, Unternehmen, wissenschaftliche Institutionen, Organisationen und Privatpersonen hatten ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und in den drei Wettbewerbskategorien "Bewusstsein schärfen", "Umgangsformen und Regeln" und "Technik des Vergessens" zahlreiche Beiträge eingereicht.


Themenranking-Ergebnis für die 18. Kalenderwoche (30. April - 6. Mai 2012)
WISSENSCHAFTSFREIHEITSGESETZ

Das Bundeskabinett berät in dieser Woche den Entwurf des Wissenschaftsfreiheitsgesetzes. Der Gesetzentwurf beruht auf den Erfahrungen, die in der Pilotphase zur Wissenschaftsfreiheitsinitiative gesammelt wurden. Außeruniversitäre Wissenschaftseinrichtungen können nach dem Gesetzentwurf ihre Mittel flexibler und damit wirksamer, effizienter und zielorientierter als bisher einsetzen. Im Anschluß wird Bundesbildungsministerin Annette Schavan den Gesetzentwurf in der Bundespressekonferenz vorstellen. Das Gesetz soll bis zum 31.Dezember 2012 in Kraft treten. Wir stellen Inhalte des Entwurfs vor und sammeln erste Reaktionen ein.

SCHAVANPLAG

Unter dem Titel „Schavanplag“ ist in dieser Woche im Internet eine Dokumentation mutmaßlicher Plagiate in der 1980 an der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf eingereichten Dissertation von Prof. Dr. Annette Schavan veröffentlicht worden. Auf 56 von 325 “Netto”-Seiten der Dissertation (Inhalts- und Literaturverzeichnis nicht mitgezählt) wurden entweder schwerwiegende Plagiate oder (Kategorie B) nicht ganz so gravierende festgestellt. Der Rechercheur stammt offenbar aus dem Fahnder-Pool von VroniPlag. Die Ministerin will sich zu den Vorwürfen erst dann erklären, wenn der Autor von Schavanplag seine Anonymität abgelegt hat. Gegenseitige Enthüllungsstrategie sozusagen.

TECHNIKWISSENSCHAFTEN

Der jährliche „Tag der Technikwissenschaften 2012“ der Technikwissenschaftlichen Klasse der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften hat diesmal das Internet zum Thema. „Internet und Gesellschaft. Google, Facebook, Twitter u.a. – Segen oder Fluch?“ lautet die selbstgestellte Frage, und für Plagiat-Überführte dürfte die Antwort eindeutig sein. Interessante Koinzidenz: Zur gleichen Zeit findet in Berlin die sechste Re:publica-Konferenz der Internet-Blogger statt, die sich mit derselben Schnittstellen-Frage beschäftigt. In der Akademie-Diskussion werden Antworten zu diesen Fragen gesucht: Welche neuen Formen der Kommunikation und der Partizipation bringen digitale Soziale Netzwerke und Soziale Medien mit sich? Sind sie Spiegel oder Prägestempel der Gesellschaft? Können sie gar als Grundlage und Zukunft moderner Demokratien betrachtet werden? Stehen wir vor einer neuen Welle der Demokratisierung, die vom Internet geprägt und getrieben wird? Welches sind die Chancen und Gefahren des internet-basierten revolutionären Potentials (siehe z.B. die Rolle der sozialen Netzwerke im arabischen Frühling)? Gibt es eine Sehnsucht nach der digitalen Revolution?

RAUMFAHRT

Unter dem Motto „Weltraumforschung zum Wohle der Menschheit“ richtet die Europäische Raumfahrt-Agentur ESA in dieser Woche ein internationales ISS Symposium 2012 aus. Es handelt sich um eine einzigartige Wissenschaftskonferenz und Veranstaltung für die Öffentlichkeit, die vom 2. bis 4. Mai in Berlin stattfindet. Das ISS Symposium 2012 will einen Einblick in die zentrale Forschungsarbeit auf der ISS gewähren. Die Teilnehmer werden über zukünftige Wege und Prioritäten einer Vielzahl von Disziplinen der Weltraumforschung diskutieren. Neben dem Fachprogramm ist die Öffentlichkeit am 3. Mai in Berlin eingeladen, Astronauten, Ingenieure und Wissenschaftler zu treffen, um zu erfahren, welche Vorteile die Weltraumforschung für das tägliche Leben auf der Erde bietet. Der Astronaut und NASA-Administrator Charles F. Bolden, Jr. hält der TU Berlin einen öffentlichen Vortrag über seine Erfahrungen als Astronaut und als NASA-Administrator.


Themenranking-Ergebnis für die 17. Kalenderwoche (23. April - 29. April 2012)
HRK

Großer Wachwechsel bei den deutschen Hochschulrektoren. Auf ihrer Jahrestagung in Hamburg steht die Kür des Nachfolgers von Präsidentin Wintermantel an. Drei Kandidaten sind im Rennen, keiner ist der gesetzte Kronprinz. Ein Wahlgang mit offenem Ausgang. Das inhaltliche Rahmenthema der Jahresversammlung lautet „Die Krise des Euro und die Zukunft des Wissenschaftssystems“. Weiterhin wird der Ars-legendi-Preis für exzellente Hochschullehre von HRK und Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verliehen, in diesem Jahr im Bereich der Sozialwissenschaften.

HANNOVER MESSE

Funktioniert der Transfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft? Wie stellen sich die Forschungseinrichtungen und die Wissenschaftspolitik der Bundesländer in dieser Woche auf der Hannover Messe dar, der weltgrößten Industrieschau? Bekommt die Industrie die richtigen Forschungs-Inputs, die sie benötigt, und dies auch schnell genug? Ein „Rundgang“ durch neue Ansätze und teilweise auch überholte Modelle.

WISSENSCHAFTSSYSTEM

Das deutsche Wissenschaftssystem verändert sich. Hochschulen entwickeln differenzierte Profile und müssen global agieren. Neue Kooperationsmodelle zwischen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen etablieren sich. Die zweite Runde der Exzellenzinitiative läuft erst 2017 ab. Doch die Weichen für eine tiefgreifende Umgestaltung werden schon jetzt gestellt. An welchen Kriterien soll sich diese Neuordnung orientieren? Die Projekte der Exzellenzinitiative sollen nachhaltig wirken, der Wettbewerb in der Forschung erhalten bleiben. Hohe Qualität in Forschung und Lehre sollen mit internationaler Sichtbarkeit einhergehen. Gleichzeitig ist die Finanzierung ungeklärt: Die Möglichkeiten des Bundes sind verfassungsrechtlich eingeschränkt. In den Ländern drohen darüber hinaus die Schuldenbremse und – laut aktueller KMK-Prognose – langfristig hohe Studierendenzahlen.

In der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin wird in dieser Woche über die „Strukturen des Wissenschaftssystems nach 2017“ diskutiert. Ein Blick in die wissenschaftspolitische Glaskugel. Wird die Exzellenzisierung der deutschen Wissenschaft ähnliche ungeplante Nebenfolgen zeitigen wie die Bologna-Reform?

CARL FRIEDRICH VON WEIZSÄCKER

Am 28. Juni 2012 jährt sich der 100. Geburtstag von Carl Friedrich von Weizsäcker, Atomphysiker, Mitbegründer der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) und Initiators der Göttinger Erklärung gegen die atomare Bewaffnung der BRD. Die VDW nimmt das Jubiläumsjahr zum Anlass für verschiedene eigene oder von ihr unterstützte Veranstaltungen, in denen die Perspektiven des Werkes und der Wirkung des Physikers, Philosophen und Friedensforschers als Anregung für eine aktuelle Bestandsaufnahme herangezogen werden. Diese Aktivitäten wird die VDW in dieser Woche vorstellen.

Eine Diskussion widmet sich der Frage: Wie soll und wird die Rolle der wissenschaftlichen Bildung im nächsten Jahrzehnt aussehen? 1969 hatte Carl Friedrich von Weizsäcker gefragt: „Wie wird und soll die Rolle der Wissenschaft in den siebziger Jahren aussehen?“ Damals hat er dazu die verschiedenen wissenschaftlichen Fakultäten in ihren jeweiligen Entwicklungsperspektiven entwickelt und reflektiert. Für die VDW-Diskussion wird der Fokus auf die wissenschaftliche Bildung gerichtet. Sind wir auf dem Weg zur Humboldt-Reform der Bologna-Reform?


Themenranking-Ergebnis für die 16. Kalenderwoche (16. April - 22. April 2012)
FRAUNHOFER

Die Fraunhofer-Gesellschaft zieht in München ihre Bilanz fürs Geschäftsjahr 2011, in dem sich das für angewandte Forschung eingesetzte Finanzvolumen stieg um 12 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro erhöhte. Die Erträge aus der Wirtschaft steigerten sich sogar um 15 Prozent auf 531 Millionen Euro. Wir schauen genauer in den Bilanzbericht sowie auch auf die beiden inhaltlichen Schwerpunkte der FhG in diesem Jahr: Die „Morgenstadt“, die Impulse für eine lebenswerte Stadt der Zukunft setzen will, sowie den Leichtbau, der sich industriell auf dem Weg in die Großserie befindet.

MONDFORSCHUNG

Das DLR-Institut für Planetenforschung veranstaltet in Kooperation mit dem Lunar Science Institute der amerikanischen Weltraumbehörde NASA in dieser Woche ein zweitägiges Mond-Symposium. 170 Teilnehmer, vor allem aus Europa, den USA, Japan und Russland, tauschen sich zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Erdtrabanten aus. Dabei geht es vor allem um die Konsequenzen aus den jüngsten Forschungsergebnissen. Denn in den vergangenen drei Jahren hat sich in der Mondforschung Wesentliches getan. So wurde das Bild vom Mond komplett auf den Kopf gestellt worden. Dachten die Mondforscher früher, der Erdtrabant sei extrem trocken, gehen sie nun davon aus, dass es auf dem Mond Wasser gibt, wie gefundene „Kältefallen“ am Südpol erwarten lassen.

SÜDAFRIKA

Mit einem Besuch von Forschunsministerin Schavan am Südkap des afrikanischen Kontinents ist jetzt das Deutsch-Südafrikanische Jahr der Wissenschaft 2012/2013 gestartet worden. Die gemeinsame Initiative des BMBF und des südafrikanischen Department of Science and Technology (DST) würdigt die intensiven Beziehungen beider Länder im Bereich Wissenschaft und Forschung, die mit dem Jahr weiter ausgebaut werden sollen. Schon jetzt kooperieren deutsche und südafrikanische Wissenschaftler beispielsweise bei einem Projekt zur Entwicklung und Realisierung eines effektiven Energie- und Klimaschutzkonzeptes unter Einbeziehung technischer, wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Fragestellungen. Auch am Auf- und Ausbau einer nachhaltigen Wasser- und Abwasserinfrastruktur in einigen der trockenen Regionen Südafrikas wird gemeinsam geforscht. Wir betrachten, welche weiteren Projekte in Planung sind und in welchen Bereichen sich strategische Kooperationen anbieten.

GWK

Mit der 15. Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) in dieser Woche in Berlin gehen die jüngst intensivierten Debatten zum Bildungsförderalismus in eine neue Runde. Die Sitzung im Gebäude der Länderkammer findet unter Leitung der GWK-Vorsitzenden, Frau Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, und der stellvertretenden GWK-Vorsitzenden, Frau Doris Ahnen, Staatsministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Themen: Das regelmäßig stattfindende Forschungspolitische Gespräch zum 3%-Ziel der Lissabon-Strategie mit hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und der EU-Kommission, der Bericht zur Umsetzung des Hochschulpaktes 2020 in den Jahren 2007 bis 2010 sowie Vorbereitung von Neuaufnahmen in die Leibniz-Gemeinschaft.


Themenranking-Ergebnis für die 15. Kalenderwoche (9. April - 15. April 2012)
CYBER-PHYSICAL SYSTEMS

Acatech, die Nationale Akademie für Technikwissenschaften, veranstaltet in dieser Woche in Berlin ihr Abschlusssymposium zur Entwicklung einer Forschungsagenda für das Gebiet der so genannten „Cyber-Physical Systems“, sprich: der Verschmelzung von physischer Hardware, vor allem Maschinen, mit der Informationstechnik, vor allem dem Cyberspace des Internets. Die Generation vor CPS waren die „Embebbed Systems“, integrierte IT-Prozessoren, die Geräte technisch intelligenter machen. Mit der Internet-Vernetzung kommt die nächste Stufe. Acatech macht eine Reihe vom Empfehlungen zur forscherischen Flankierung dieser Technologie. Darunter auch diese: „Die Bevölkerung sollte in den Dialog über und sogar in die Ausgestaltung von Cyber-Physical Systems und ihre Mensch-Maschine Schnittstellen frühzeitig einbezogen werden. Dazu müssen Schaufenster und Living Labs die Anwendungen sichtbar machen.“ Die CPS-Empfehlungen an die Politik wurden bereits im Dezember 2011 beim IT-Gipfel in München an das BMBF überreicht.

PHILOSOPHIE-FESTIVAL

„Wie viel Vernunft braucht der Mensch?“, fragt das Dritte Festival der Philosophie, das in dieser Woche in Hannover stattfindet. Vier Tage lang sucht die Philosophie den Kontakt zur Bevölkerung mit rund 70 Vorträgen, Podiumsdiskussionen, szenischen Lesungen, Filmen, Ausstellungen und Konzerten an vielen Veranstaltungsorten in der Stadt. Das Festival will den Beweis antreten, dass Philosophie jung ist, unter anderem mit einem Poetry Slam im Schauspielhaus Hannover und einer Speaker’s Corner mit rhetorischen Erstlingswerken von Oberschülern. Veranstalter sind die Landeshauptstadt Hannover und die Philosophische Fakultät der Leibniz Universität mit Unterstützung der VolkswagenStiftung.

Das Festival der Philosophie fand erstmals im Jahr 2008 in Hannover statt und wurde im EXPO-Jubiläumsjahr 2010 unter dem Motto „Mensch-Natur-Technik“ fortgesetzt. Mittler-weile ist es eines der größten Philosophie – Events in Deutschland. Organisiert wird das Festival unter der Federführung der Einheit, die sich bei der Landeshauptstadt um die kommunale Wissenschaftspolitik kümmert, und von der Philosophischen Fakultät der Leibniz Universität.

QUARTALSBILANZ WISSENSCHAFT IM BUNDESTAG

Was hat der Deutsche Bundestag, die Volksvertretung, in den ersten drei Monaten des Jahres 2012 für die Wissenschaft getan und erreicht? Welche Themen wurden in internen Ausschusssitzungen und öffentlichen Anhörungen und Plenardebatten diskutiert? Welche wichtigen Beschlüsse gefasst? Wo regiert Konsens? Wo ist der politische Dissens am stärksten zu spüren? Wo haben sich einzelne Abgeordnete besonders profiliert? Wo sind Initiativen ohne Wirkung geblieben? Und auch: Wieviel Temperatur gibt es an den Berührungs- und Reibungsflächen mit der Exekutive, namentlich dem BMBF, und der organisierten Wissenschaft und ihrem Lobbying?

WISSENSCHAFTLICHE SAMMLUNGEN

Expedition ins Wissenschaftsland: An den deutschen Hochschulen gibt es eine große Zahl an Wissenschaftlichen Sammlungen, die von einzelnen Forschern und ihren Instituten in langjähriger Arbeit aufgebaut wurden. Aber keiner hat den kompletten Überblick: was, wo, wer, wann, wie viel. Das Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik an der Humboldt-Universität zu Berlin hat in seiner Datenbank bisher 794 existierende Universitätssammlungen in Deutschland erfasst. Doch die genaue Anzahl der in den Universitäten aufbewahrten Sammlungsobjekte liegt völlig im Dunkeln. Viele Sammlungen sind nicht einmal erschlossen. Ein Projekt des HZB, für das in dieser Woche der Startschuß gegeben wurde, soll zur Erfassung dieser wissenschaftlichen Bestände beitragen, die Sammlungen miteinander vernetzen und die Akteure im Umgang mit den Objekten beratend unterstützen. Ausgangspunkt des Projektes ist die Empfehlung des Wissenschaftsrates zu „Wissenschaftlichen Sammlungen als Forschungsinfrastruktur“ vom Januar 2011, in der die Förderung einer entsprechend beratend und koordinierend tätigen Einrichtung vorgeschlagen wird.


Themenranking-Ergebnis für die 14. Kalenderwoche (1. April - 8. April 2012)
ELEKTROMOBILITÄT

Im Wettbewerb 'Schaufenster Elektromobilität' des Bundesverkehrsministeriums stehen die vier Sieger fest. Neben drei weiteren Regionen aus Baden-Württemberg, Niedersachsen und einer Kombi-Bewerbung aus Bayern und Sachsen hat auch Berlin-Brandenburg den Zuschlag erhalten. Insgesamt lagen 23 Bewerbungen vor. Für die Umsetzung der vier Siegerprojekte stellt der Bund für drei Jahre Fördermittel in Höhe von bis zu 180 Millionen Euro zur Verfügung. Hinzu kommen die Mittel von Wirtschaft und Bewerberregionen in gleicher Höhe.

Berlin-Brandenburg hatte in seiner Bewerbung vor allem auf die internationale Wahrnehmung des „Schaufensters“ abgestellt. Dabei wird es um die Mobilität der Zukunft in Millionenstädten sowie die Intermodalität – also die Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsträger – gehen. An der Berlin-Brandenburger Bewerbung sind rund 200 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft beteiligt.

Weitere siegreiche Projekte sind: Lab BW E-Mobil (Baden-Württemberg), Unsere Pferdestärken werden elektrisch (Niedersachsen) und Elektromobilität verbindet (Bayern/Sachsen). Wir geben einen Überblick über die Projekte und stellen die Frage, ob der Wettbewerb nicht zu spät kommt.

HIGHTECHSTRATEGIE

Das wichtigste Instrument der Bundesregierung zur Umsetzung ihrer Innovationspolitik ist die so genannte „Hightech-Strategie“ (HTS). Bedeutsam an ihr ist, dass sie a) über den Tellerrand der einzelnen Ressorts hinausblickt und die FuE- und Innovationsprogramme aller Bundesministerien zusammenbindet und b) einen Aktionshorizont über die jeweilige Legislaturperiode besitzt und mittel- bis teilweise langfristig angelegt ist. Für diese HTS hat das Bundeskabinett jetzt einen Aktionsplan beschlossen, der darlegt, wie es konkret weitergeht. Allerdings ist das 26 Seiten-Dokument keine Halbzeit-Bilanz, sondern nimmt lediglich den weiteren Gang der „Zukunftsprojekte“ in Blick. Dazu werden Zeiträume und Finanzvolumina genannt. Die „Aktionslinien“ bleiben erstaunlicherweise bei diesem Konzept außen vor. Dabei macht allein das Stichwort „Energiewende“ deutlich, dass sich in diesem Bedarfsfeld seit dem vergangenen grundlegende Neujustierungen ergeben haben, die die HTS von 2010 nicht auf dem Schirm hatte. Diese Fortschreibung fehlt, jedenfalls in der öffentlichen Darlegung. Stattdessen nur Leuchttürme.

DIGITALE MUSEEN

Google Street View fährt nicht nur durch die Straßen, sondern auch durchs Weltkulturerbe und dessen berühmteste Museen. In dieser Woche wird in Berlin eine Erweiterung der Kooperation zwischen den Internet-Riesen und deutschen Gemäldegalerien vorgestellt.

Das Berliner Pergamonmuseum, das Alte Museum und das Kupferstichkabinett können nun ebenfalls in Googles „Art Project“ online entdeckt werden. Seit dem Launch der Seite googleartproject.com im Februar 2011 waren die Staatlichen Museen zu Berlin als einziger deutscher Partner bereits mit der Gemäldegalerie und der Alten Nationalgalerie am Art Project beteiligt. Das Art Project ist eine Zusammenarbeit von Google mit 151 Partnern aus 40 Ländern, darunter das Metropolitan Museum of Art in New York, die Tate Britain in London und die Uffizien in Florenz. Es ermöglicht Kunstliebhabern und Interessierten, die Schätze aus Museen und Kunstsammlungen weltweit auf neue Art und Weise online zu entdecken, indem es mehrere virtuelle Darstellungsfunktionen miteinander verbindet. Wir begeben uns auf einen virtuellen Museumsbesuch und fragen nach den Nutzerzahlen und Nutzungstrend.

WELTGESUNDHEIT

Der Weltgesundheitstag wird jedes Jahr auf der ganzen Welt am 7. April begangen. Die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen erinnert mit diesem Tag an ihre Gründung im Jahr 1948. Sie legt jährlich ein neues Gesundheitsthema von globaler Relevanz für den Weltgesundheitstag fest. Ziel ist es dabei, dieses aus der Sicht der WHO vorrangige Gesundheitsproblem ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu rücken. Viele von der WHO vorgegebene Themen waren vorrangig den zum Teil dramatischen gesundheitlichen Verhältnissen in Entwicklungsländern gewidmet. Hiermit war der Appell an die Industrieländer verbunden, den ärmeren Ländern durch personelle und finanzielle Unterstützung und in Zusammenarbeit mit der WHO bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen. Andere Themen, wie Impfschutz, Ernährung, Rauchen, Unfälle und Familiengesundheit, waren für Entwicklungs- und Industrieländer gleichermaßen aktuell und relevant. Das Thema des Weltgesundheitstages 2012 lautet „Altern und Gesundheit“. Im Jahr zuvor ging es um Antibiotikaresistenzen und ihre Bekämpfung – ein Problem, das sich in Deutschland weiter verschärft. Wir geben einen Überblick über die großen Herausforderungen der Weltmedizin und die Fortschritte der Forschung.


Themenranking-Ergebnis für die 13. Kalenderwoche (16. März - 1. April 2012)
WISSENSCHAFTSNACHWUCHS

Die Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs sind Thema eines öffentlichen Fachgesprächs, das der Bundestags-Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung in dieser Woche veranstaltet. Dem Treffen liegen Anträge der Oppositions-Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, der Linken und der SPD zugrunde. Als Sachverständige sind eingeladen: Anke Burkhardt (Institut für Hochschulforschung Wittenberg), Wolfgang Heubisch, MDL (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst), Andreas Keller (GEW-Hauptvorstand), Alexander Kurz (Fraunhofer-Gesellschaft), Prof. Sabina Jeschke (RWTH Aachen) und Jan Siemens (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin).

COTTBUS

In der Lausitz dampft’s. Diesmal nicht nur die Schlote der Braunkohle-Kraftwerke, sondern auch in der Brandenburg Technischen Universität Cottbus: Die Potsdamer Wissenschaftsministerin Sabine Kunst möchte sie mit der Fachhochschule Lausitz zu einer Energie-Universität neu gründen. Der Konflikt eskaliert in diesen Wochen, weil die Ministerin ihr Vorhaben zunächst thematisch eng vertreten hatte. Nun aber öffnet sie die Diskussion. Inhaltlich soll das Zukunftsthema Energie die erweiterten Aspekte Umwelt und Mensch enthalten. Die verschiedenen Interessengruppen sollen ihre Vorstellungen formulieren. Das Perspektiv-Gutachten einer Experten-Kommission wird hierin einbezogen. Doppelter Hintergrund: Wie Wissenschaft in Nicht-Exzellenz-Gebieten langfristig betrieben wird. Wie Wissenschaftspotenziale besser auf den Personal- und Forschungsbedarf der Energiewende umgesteuert werden könnten.

PTB

Happy Birthday. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, vor 125 Jahren in Berlin gegründet, feiert in dieser Woche ihren Geburtstag in Braunschweig. Eine stille Ressortforschungseinrichtung, die Zeit ihrer Existenz wortwörtlich Maßstäbe gesetzt hat. Auch ein institutionelles Erfolgsmodell, das seinerzeit – noch vor den Kaiser-Wilhelm-Instituten – aus einer Partnerschaft von Wirtschaft (Siemens) und staatlicher Wissenschaft (Helmholtz) entstand. Bleibt da nur Pathos und Ehrfurcht, oder kann man vom PTB-Modell fürs Heute lernen? Und: Was sind die aktuellen Themen der Metrologen?

WERNHER VON BRAUN

Deutsche, seid technikbegeistert! So tönt es allenthalben aus den Lautsprechern der MINT-Promotoren. Und dann lässt man dieses Datum ungenutzt verstreichen! Vor 100 Jahren wurde Wernher von Braun geboren. Nicht nur eine faustische Figur der Technikgeschichte (Raketen für Hitler), sondern unzweifelhaft auch eine der erfolgreichsten: Der Mond war sein Ziel, und er hat es geschafft. Der Punkt, um den es vor der Geburtstagstorte geht: Warum wird ein solcher Erfolg – den Mensch auf den Mond gebracht zu haben – in Deutschland nicht wahrgenommen? Und in USA?


Themenranking-Ergebnis für die 12. Kalenderwoche (19. März - 25. März 2012)
OPTISCHE TECHNOLOGIEN

Eine moderne Technologie macht ihren Weg aus den Labors in die Wirtschaft. Die optischen Technologien stehen in dieser Woche in Berlin im Mittelpunkt einer Wirtschaftsmesse, an der auch viele wissenschaftliche Institute partizipieren. Wie sich die Hightech-Branche in den letzten Jahren entwickelt hat, untersucht ein frischer Clusterreport der Berliner Technologiestiftung. Danach sind derzeit (Stand 2011) 390 Unternehmen im Bereich der Optischen Technologien und Mikrosystemtechnik in Berlin und Brandenburg tätig, 296 in Berlin und 92 in Brandenburg. Hinzu kommen 36 Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit Optik-Bezug (25 in Berlin, 11 in Brandenburg). In beiden Komplexen sind 16.600 Menschen beschäftigt, 14.400 in der Wirtschaft, 2.200 in der Wissenschaft. Als Umsatz der Wirtschaft konnten die TSB-Rechercheure für 2011 ein Volumen von 2,3 Mrd Euro ermitteln; das waren 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Optik-Branche in der Region ist in einem stetigen Aufschwung. Zehn Jahre zurück, 2002, wurden erst 1,3 Mrd Euro umgesetzt. Mithin ein gelungenes Beispiel für den Transfer zwischen Forschung und Unternehmen? Wir schauen uns die Beispiele auf der Messe Laser Optics Berlin aus der Nähe an.

BILDUNGSFÖDERALISMUS

Der Zug zur Verfassungsänderung kommt schneller in Fahrt als viele noch vor kurzem erwartet hatten. Nach Vorstößen im Bundesrat und der Bundesregierung berät in dieser Woche der Bundestag über das Thema „Verfassungsrechtliche Grenzen und Perspektiven einer besseren Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Bildung und Wissenschaft“. Hierzu hört der Bildungsauschuß diese Experten: Prof. Dr. Hans-Peter Füssel, Deutsches Institut für Intern. Pädagogische Forschung, Dr. Hannemor Keidel, Technische Universität München, Dr. Ekkehard Klug, Minister für Bildung und Kultur Schleswig-Holstein, Prof. Dr. Wolfgang Löwer, Universität Bonn, Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt, Vorsitzender Wissenschaftsrat, Prof. Dr. Manfred Prenzel, TUM School of Education, Technische Universität München, Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Hamburg, Ulrich Thöne, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Univ.-Prof. Dr. Joachim Wieland, Hochschule für Verwaltungswissenschaften, Speyer. Sie sollen den Parlamentariern vor allem folgende Fragen beantworten: Welche Verfassungsänderungen sind im Interesse einer funktionierenden föderalen Bildungs- und Forschungsförderung notwendig? Wie soll die Kooperation bei Bildung und Wissenschaft ausgestaltet werden? Welche Grenzen müssen bei der föderalen Zusammenarbeit bestehen bleiben?

NAZI-WISSENSCHAFT

Die DFG startet in dieser Woche zusammen mit dem Deutschen Museum in Bonn die Vortragsreihe "Wissenschaft und Technik im Nationalsozialismus". Die Forschungsgemeinschaft wie auch das Museum haben in den letzten Jahren ihre Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet. In der gemeinsamen Vortragsreihe werden die Ergebnisse dieser Studien anhand ausgewählter Beispiele einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt. In vier Vorträgen beleuchten verschiedene Experten Wissenschaft und Technik in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Themen sind: Das Deutsche Museum im Nationalsozialismus, Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und ihre Klientel während des Nationalsozialismus, Die Kraftfahrzeugausstellung des Deutschen Museums 1935-1939,. Jüdische und NS-kritische Wissenschaftler und die Deutsche Forschungsgemeinschaft, 1920-1970. Die monatlichen Vorträge dauern bis zum Juni.

ABGEORDNETENWATCH

Abgeordnetenwatch.de ist eine Internetplattform, die es Bürgern erlaubt, öffentlich Fragen an einzelne Abgeordnete zu stellen, und Abgeordneten ermöglicht, diese Fragen wiederum öffentlich zu beantworten. 40.481 Fragen wurden von Bürgern während der 16. Wahlperiode (2005–2009) über die Internetplattform abgeordnetenwatch.de an einzelne Bundestagsabgeordnete gerichtet. Beachtliche 86 % dieser Fragen (34.798) wurden durch Abgeordnete (oder ihre Mitarbeiter) beantwortet. Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) hat sich in einem Kurzgutachten näher mit der Plattform befasst. Dies stand im Zusammenhang mit dem größeren TA-Projekt »Öffentliche elektronische Petitionen und bürgerschaftliche Teilhabe«. Das Thema »abgeordnetenwatch.de« führte unter den Mitgliedern des Deutschen Bundestages immer wieder zu kontroversen Diskussion: Während die einen eine zusätzliche Belastung in der Vielzahl der Anfragen sehen, die kaum zu bewältigen sei, und sie sich eher an einen Pranger als an eine Bürgersprechstunde erinnert fühlen, nehmen andere die Möglichkeit, ihre politischen Ansichten öffentlich über das Internet kund zu tun, offensiv wahr, und verlinken z. B. von der eigenen Website auf die jeweiligen Antworten, die sie auf abgeordnetenwatch.de gegeben haben.


Themenranking-Ergebnis für die 11. Kalenderwoche (12. März - 18. März 2012)
VOLKSWAGENSTIFTUNG

Und läuft und läuft und läuft. Seit Aufnahme ihrer Arbeit im Jahr 1962 hat die Volkswagen-Stiftung, Deutschlands größte private Wissenschaftsförderin, rund 30 000 Projekte mit vier Milliarden Euro unterstützt. Das Jubiläum wird in dieser Woche mit einem Festakt im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums und einem wissenschaftlichen Symposium an ganz besonderem Ort gefeiert: dem Schloss Bellevue, das bekanntlich gegenwärtig ohne Hausherrn ist. Hier wird von internationalen Referenten unter anderem auf das Verhältnis von Forschung, Stiftungen und Öffentlichkeit eingegangen. Nicht nur die Öffentlichkeit stelle die Frage nach der Verwertbarkeit von Ergebnissen oder der Relevanz von Forschungshandeln. Mit welchen Strategien wird von staatlicher und privater Seite an den Grenzen gesicherten Wissens geforscht und welcher Flexibilität staatlicher Rahmenbedingungen bedarf es im nationalen und internationalen Kontext erreichen zu können?

INGENIEURE

Die Klagen über einen bald eintretenden Mangel an Ingenieuren in Deutschland ebben nicht ab. Diese Befürchtung erweist sich bei näherer Überprüfung als unbegründet, beschwichtigt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Im Schnitt seien die Ingenieure sogar etwas jünger als andere erwerbstätige Akademiker, und der Anteil der älteren Beschäftigten ist im Vergleich zu anderen Berufsgruppen nicht überdurchschnittlich hoch. In dieser Woche legt das DIW eine neue Studie zu Beschäftigungs- und Altersstruktur der Ingenieure in Deutschland vor. In ihr werden die zu erwartenden Renteneintritte und die Zahl der Studienabsolventen in den Ingenieursberufen analysiert. Danach ist es möglich, dass angesichts des Ansturms auf die Universitäten der Berufseinstieg für junge Ingenieure schwierig wird, und es zu einer Verdrängung – etwa der älteren Fachkräfte – kommen kann.

FuE IN DER WIRTSCHAFT

Nach Jahren des Rückgangs hat sich die Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der deutschen Wirtschaft wieder stabilisiert. Allerdings fehlt es trotz eines gestiegenen staatlichen Engagements bei der Förderung von FuE immer noch an dynamischen jungen Spitzentechnologieunternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung zum deutschen Innovationssystem im Auftrag der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI). Die aktuelle Strukturanalyse des NIW verdeutlicht die lang- und kurzfristige Entwicklung anhand einer Vielzahl von Indikatoren. In Zusammenhang mit den Folgewirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise wird zudem der Frage der generellen Konjunkturreagibilität des FuE-Einsatzes im internationalen Vergleich nachgegangen. Hier zeigt sich, dass die deutsche Wirtschaft bei FuE-Ausgaben weitaus weniger deutlich auf den Konjunktureinbruch 2009 reagiert hat, als dies nach der langfristigen Entwicklung zu erwarten gewesen wäre.

NEUROWISSENSCHAFTEN

Ist Mitgefühl trainierbar? Was isst mein Gehirn am liebsten? Habe ich heute morgen wirklich die Kaffeemaschine ausgeschaltet? Kann die Forschung diese Fragen beantworten? In der jährlich stattfindenden Brain Awareness Week wird jedenfalls der Versuch dazu unternommen, in dieser Woche in Berlin. Die Brain Awareness Week (BAW) ist eine globale Kampagne, die über Fortschritt und Nutzen der Gehirnforschung informiert. Jedes Jahr im März bieten verschiedene Organisationen und Institutionen im Rahmen der BAW weltweit Veranstaltungen rund um das Thema Gehirn für Menschen jeden Alters an.

Die Neuroforschung nimmt im Spektrum der Max-Planck-Gesellschaft wachsenden Raum ein. Einen Überblick über den aktuellen Stand der Hirnforschung bietet die neue Publikation „Zukunft Gehirn“, die in der Berliner Max Planck Science Gallery vorgestellt wird. In ihr stellen führende Hirnforscher dar, was wir über die wohl komplexeste Struktur des Lebendigen wissen und auf welchen Feldern demnächst Durchbrüche zu erwarten sind.


Themenranking-Ergebnis für die 10. Kalenderwoche (5. März - 11. März 2012)
KOOPERATIONSVERBOT

Das Verhältnis von Bund und Ländern in der Hochschulförderung wird neu sortiert. Das Kooperationsverbot von 2006, das dem Bund den Stuhl vor die Türe der Landes-Hochschulen stellte, wird heute von niemandem mehr ernsthaft verteidigt. Im Zuge der Entsäulung des Wissenschaftssystems sind neue Kooperationsformen und auch neue Kanäle für die gemeinschaftliche Finanzierung erfordert. Die Bundesseite hat mehrfach die Hand zur Grundgesetz-Änderung des Artikel 91 gehoben, auch in der Länderkammer ist inzwischen Bewegung. In dieser Woche äussern sich die Bundesbildungsministerin, und die Kanzlerin besucht die Kultusminister. Aktueller Blick auf in Gang kommende tief greifende Veränderung der deutschen Wissenschaftslandschaft.

CEBIT

Auf keiner andern Messe – die Hannoveraner Industrie-Messe im April ausgenommen – sucht die deutsche Wissenschaft den Kontakt zur Wirtschaft so breitbandig wie auf der CeBIT, der immer noch führenden Messe für Informationstechnik. Eine ganze Halle füllen Forschungseinrichtungen und Bundesländer, um ihre die IT-Innovationen und komplette Hochschullandschaften vorstellen (Ziel: MINT-Studenten zu werben). Was gibt es an IT-Neuigkeiten aus der deutschen Forschung, vielleicht eine weitere Cash-Cow wie MP3, der Fraunhofer noch immer zweistellige Millionen-Lizenzen in die Kasse spült? Und wie schaut das Wissenschaftsmarketing auf der Wirtschaftsmesse aus? Gab es ein Update?

GLEICHSTELLUNG

Wie wird die Wissenschaft attraktiver für Frauen? Unter Federführung der Max-Planck-Gesellschaft laden die großen deutschen Forschungsorganisationen kurz vor dem Internationalen Frauentag nach Berlin ein, um über Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung in der Forschung zu diskutieren. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation statt.

Nach einem GWK-Bericht über die Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung haben die Pakt-Organisationen den Anteil von Frauen in wissenschaftlichen Führungspositionen insgesamt von zwei Prozent im Jahr 1992 auf 11,3 Prozent im Jahr 2010 gesteigert. Auf den einzelnen Karrierestufen wächst der Anteil von Wissenschaftlerinnen je nach Fachdisziplin zwar unterschiedlich schnell, aber kontinuierlich. Ende letzten Jahres beschloss deshalb die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK), die Pakt-Organisationen aufzufordern, für ihre Einrichtungen „flexible Zielquoten“ zu entwickeln und umzusetzen. Impulsvorträge halten, gut quotiert zwei Männer und zwei Frauen: Prof. Dr. Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner, Präsident der DFG, und Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung.

SOZIALÖKOLOGIE

20 Jahre nach den Erdgipfel in Rio sieht die Ökobilanz mager aus. Das Bewusstsein hat sich zwar merklich gewandelt, aber der faktisch ist Umweltschonung und Nachhaltige Entwicklung noch kein Globaltrend geworden. Überbordender Ressourcenverbrauch, steigende Treibhausgasemissionen, zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich, und nun auch noch labile Finanzmärkte und Staatsverschuldung. Die Schicksalsfrage der Umweltpolitik liegt darin, eine Verbindung zwischen Strategien gegen die vielfältigen gegenwärtigen Krisen zu finden, so die Diskursrichtung auf der Jahrestagung von Institut und der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW/VÖW) in dieser Woche in Berlin. Auf der Tagung werden drei zentrale Herausforderungen der nachhaltigen Transformation erörtert: Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren, Neuausrichtung von Unternehmenszielen sowie die Transformation des Energiesystems. Auf der Tagung kommen Pioniere sozial-ökologischer Lebensweisen zusammen, um ihre Visionen zu präsentieren und gemeinsam mit Wissenschaftler, NGOs, Politikern und Unternehmern zu diskutieren. Raus aus der Experimentierphase, rein in den Alltag! Nachhaltige Lebensweisen – wie können sie tauglich für den Mainstream werden?


Themenranking-Ergebnis für die 9. Kalenderwoche (27. Februar - 4. März 2012)
EFI-GUTACHTEN

Über den Zustand der technologischen Leistungsfähigkeit des Landes informiert jedes Jahr das Gutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), das in dieser Woche vorgelegt wird. Die mit sechs Forschungs- und Bildungsexperten besetzte Kommission berät die Bundesregierung in technologisch-wissenschaftlichen Zukunftsfragen und formuliert Empfehlungen zu aktuellen Herausforderungen für das deutsche Forschungs- und Innovationssystem. Die Kernthemen des EFI-Jahresgutachtens 2012 sind die Forschung an Hochschulen, ihr Status und die Entwicklungsperspektiven, der Fachkräftemangel und die Auswirkungen für die Innovation, die Wachstumsbedingungen und Wachstumshemmnisse für junge Unternehmen, die ökonomische Bewertung staatlicher FuE-Förderung sowie die „Herausforderung China“, die etwa im Bereich der Photovoltaik in der Tat dringend angenommen werden müßte. Wir sichten die Empfehlungen 2012 und halten auch Rückschau, was mit den Ratschlägen der Vorjahre geschehen ist.

INNOVATIONSDIALOG MIT DER KANZLERIN

Zu ihrem 3. Innovationsdialog kommt Bundeskanzlerin Merkel in dieser Woche mit Spitzenrepräsentanten aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Das Thema des Abends lautet „Technologiefelder und Dienstleistungsinnovationen mit hohem Potenzial für Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland“. Gesprochen wird dabei über Technologien sowie damit verbundene industrieinduzierten Dienstleistungen, die sich bereits auf den Markt zubewegen (Zeithorizont: ca. 5 Jahre). Außerdem geht es um längere Zeithorizonte (ca. 20 Jahre) bzw. um Technologien, die sich heute in der Grundlagen- und angewandten Forschung abzeichnen. Ein Steuerkreis des Innovationsdialogs, der von Acatech organisiert wird, hat Technologiefelder und Dienstleistungsinnovationen identifiziert, die als besonders relevant anzusehen sind. Sie werden bei dem Treffen von Prof. Dr. Peter Gruss, Max-Planck-Gesellschaft , Michael Sommer, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) und Dr. Dieter Zetsche, Daimler AG, vorgestellt. Wir versuchen herauszubekommen, welche Felder das sind. Wahrscheinlich die üblichen Verdächtigen. Vielleicht gibt es auch Überraschungen. Nebenbei: Auch Lemmens Online ist eine Dienstleistungsinnovation für die Wissensgesellschaft.

FORSCHUNG AN FACHHOCHSCHULEN

Mit der Forschung an Fachhochschulen beschäftigt sich in dieser Woche der Bundestags- Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung in Form eines öffentlichen Fachgesprächs. Normalerweise tagt das Gremium in nicht-öffentlicher Sitzung.

Die Liste der geladenen Sachverständigen umfasst Prof. Dr. Karim Khakzar von der Hochschule Fulda, Prof. Dr. Helmut Laberenz von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Prof. Dr. Wolfgang Marquardt als Vorsitzender des , Wissenschaftsrates, Prof. Dr. Nicolai Müller-Bromley vom Hochschullehrerbund, Prof. Dr.-Ing. Erwin Schwab von der Fachhochschule Südwestfalen sowie Prof. Dr. Christine Windbichler von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Der Wissenschaftsrat hatte sich 2010 in seinen „Empfehlungen zur Rolle der Fachhochschulen im Hochschulsystem“ auch für einen stärkeren Ausbau der Forschungsaktivitäten in den Hochschulen selbst anstelle ihrer Externalisierung ausgesprochen, was selbstredend nach entsprechenden Strukturen verlangt. Können die Bundesländer als Träger der Fachhochschulen dies noch leisten? Gute Frage für ein Bundes-Gremium.

OPEN ACCESS

Das Internet verändert die Publikationspraxis der Wissenschaft. Unter dem Stichwort „Open Access“ hat sich in den letzten Jahren eine Bewegung formiert, die einen „freien Zugang“ zu den Ergebnissen wissenschaftlichen Forschens befürwortet und vorbereitet. Dabei geht es für die naturwissenschaftlichen Disziplinen, insbesondere Astronomie, Klimaforschung oder Teilchenphysik, nicht nur um Verfügbarkeit von Aufsätzen, sondern auch von Forschungsdaten. Weltweit könnten sich Forscher dann an der Auswertung dieser Messergebnisse beteiligen – ein neuer Modus des Forschens, bis hin zur Citizen Science.

Abwehrgefechte gibt es von Seiten der etablierten Verlagswelt, die ihre Verdienstmöglichkeiten schwinden sieht. „Was Open Access für Wissenschaft und Verlage bedeutet“ diskutiert in dieser Woche die Initiative „Geisteswissenschaften im Dialog“ in Bonn. Wen betrifft die Problematik tatsächlich? Wie lassen sich die unterschiedlichen Interessen vereinbaren? Verlangen Verlage zu hohe Preise für online-Publikationen? Nehmen Wissenschaftler die Arbeit der Verlage nicht ernst? Die Antworten darauf interessieren auch uns.


Themenranking-Ergebnis für die 8. Kalenderwoche (20. Februar - 26. Februar 2012)
LEIBNIZ-GEMEINSCHAFT

Der Rutschbahn-Effekt auf wissenschaftlich: Die Leibniz-Gemeinschaft macht ihre Bonner Büros dicht und zieht komplett nach Berlin, in die Bundeshauptstadt. Der im vorigen Jahr begonnene Umzug ist jetzt abgeschlossen. In dieser Woche wird der Presse der neue Dienstsitz vorgestellt: das 1957 als Haus der DDR-Industrie- und Handelskammer errichtete Gebäude an der Ecke Chaussee- und Invalidenstraße, einen Steinwurf vom Naturkunde-Museum entfernt, auch WGL-Mitglied. Insgesamt umfasst die Gemeinschaft bundesweit 86 Institute. Neben der Helmholtz-Gemeinschaft ist Leibniz die zweite der vier großen Forschungsorganisationen, die (beide von Bonn) nach Berlin gewechselt sind. Max Planck und Fraunhofer halten in München die Stellung. Wir schauen uns in dem neuen Haus um und sondieren die Entwicklung der WGL unter dem neuen Präsidenten Karl Ulrich Mayer.

SPITZENCLUSTER

Große Abschluß-Gala des „Spitzencluster-Wettbewerbs“ des BMBF in dieser Woche. Das Förderprogramm des BMBF wollte seit 2007 eine Art Exzellenzinitative für den Technologietransfer in Gang bringen. In drei Runden stellte das BMBF bis an die 600 Mio Euro bereit; die Wettbewerbsteilnehmer, vor allem Unternehmen, mussten noch einmal genauso viel mitbringen. In Summe konnten also bis zu 1,2 Mrd Euro für den Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und zur Innovationsstimulierung mobilisiert werden. Das Geld gab es nur für solche regionalen Verbünde (Cluster) von Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die die Aussicht boten, in einem bestimmten Technologiesegment in absehbarer Zeit an die Weltspitze zu gelangen. Ist das erreicht worden? Und wenn nicht, woran scheiterte es? Lohnt die massive staatliche Unterstützung für wirtschaftsorientierte Transferaktionen oder wäre das Geld besser in Grundlagenforschung und Hochschullehre angelegt?

SUPERRECHNER

Höchstleistungsrechner haben Hochkonjunktur. An der Uni Stuttgart wird in dieser Woche das Computersystem „Hermit“ von Forschungsministerin Schavan und Ministerpräsident Kretschmann eingeweiht. Die Rechenmaschine verfügt über eine Spitzenleistung von mehr als einem Petaflop/s (1 Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde) und ist damit der derzeit schnellste Rechner Deutschlands und der schnellste zivile Supercomputer Europas. Neben der industriellen Nutzung löst er Forschungsaufgaben zu den dringlichen gesellschaftlichen Herausforderungen dieser Zeit wie etwa dem Klimawandel, der nachhaltigen Energieerzeugung und Ressourcennutzung, zu Gesundheit, Medizin und Ernährung, Mobilität und Sicherheit.

Auch der Wissenschaftsrat und die EU-Kommission haben sich in jüngsten Empfehlungen zum Ausbau der Super-Rechnerstrukturen in Deutschland und Europa geäußert. Wir fassen zusammen: Was, warum, wie viel und wer?

WASSER WELTWEIT

Die Akademie für Technikwissenschaften Acatech hat untersucht, welchen Einfluss der Globale Wandel auf die verfügbaren Wasserressourcen hat, was von Region zu Region unterschiedlich ist. Die Studie wird in dieser Woche in einer Veranstaltung in Berlin vorgestellt. Die Publikation zur Studie stellt in fünf Beiträgen Ansätze und Voraussetzungen für die integrierte und nachhaltige Bewirtschaftung der Georessource Wasser unter den Bedingungen des Globalen Wandels in Deutschland. Sie beschreibt die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt, benennt die Herausforderungen einer effizienten Wassernutzung und hinsichtlich der Wasserbeschaffenheit und betrachtet regulatorische Ansätze. Die Autoren geben zu allen Aspekten Empfehlungen für eine zukunftsfähige Wasserbewirtschaftung an Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.


Themenranking-Ergebnis für die 7. Kalenderwoche (13. Februar - 19. Februar 2012)
THESEUS

Mit THESEUS geht das mit 260 Mio Euro größte IKT-Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie nach fünfjähriger Laufzeit in diesem Jahr zu Ende. Es wollte neue Methoden zur effizienteren Wissenserschließung auf den Weg bringen, um die zunehmende Informationsflut besser beherrschbar zu machen. In dieser Woche findet in Berlin die dreitägige Abschlussveranstaltung statt, auf der die Ergebnisse präsentiert und Weichen für das zukünftige Internet der Dienste gestellt werden sollen. Die großen Durchbrüche wird es nicht geben. Die Stimmungslage schwankt zwischen Ernüchterung und Enttäuschung. Der deutsche IT-Berg kreißte – und gebar leider keinen neuen Helden der Internet-Welt.

FUKUSHIMA

Die Wissenschafts-Pressekonferenz hält in dieser Woche in Köln Rückblick auf die japanische Dreifach-Katastrophe, und zwar unter zwei Gesichtspunkten. Zunächst wird reflektiert, wie Journalisten in Deutschland und Japan darüber berichtet haben. Wie stellte sich die Situation vor Ort dar? Welche Hürden der Berichterstattung gab es und welche Fallstricke lassen sich bei künftigen Krisenereignissen möglicherweise umgehen? Im zweiten Teil geben Prof. Rolf Michel, Vorsitzender der Strahlenschutzkommission, der Nuklearmediziner Prof. Christoph Reiners und Dr. Michael Maqua (GRS) einen Überblick über die aktuelle Lage und beantworten technische, umweltbezogene und medizinische Fragen: Was gibt es Neues zu den Reaktoren? Wie steht es um die kontaminierten Gebiete? Wie sollen die Dekontaminierungsarbeiten ablaufen? Werden die Menschen zurück in die Sperrzone können und - wenn ja – unter welchen Risiken?

KOOPERATIONSVERBOT

Wie glücklich waren die Bundesländer 2006, im Zuge der Förderalismusreform dem Bund endlich grundgesetzlich verbieten zu können, Geld für ihre Landes-Hochschulen zu geben! In den ersten finanzklammen Ländern ist jetzt der Katzenjammer groß und der Wunsch nach früheren Kooperationsformen bricht sich politisch Bahn. Auf beiden Seiten: Schleswig-Holstein und Hamburg haben in den Bundesrat Anträge zur Aufhebung des Kooperationsverbotes eingebracht; die gleiche Linie verfolgt Bundesbildungsministerin Schavan. Wir geben einen Sachstandsbericht vom Bohrprojekt an einem der dicksten Bretter der deutschen Wissenschaftspolitik.

ZUKUNFTSDIALOG

Wie sieht Deutschland in fünf bis zehn Jahren aus? Wie wollen wir gegen Ende des Jahrzehnts leben? Diese Frage diskutiert die Bundeskanzlerin seit Frühjahr 2011 mit über 120 Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis. Seit kurzem wird dieser Topdown-Approach durch einen Bottomup-Ansatz vervollständigt: dem Bürgerdialog. Derzeit im Internet - drei reale Bürgergespräche Ende Februar und im März 2012 sollen hinzukommen. Jeder kann bis zum 15. April Vorschläge machen. Die Absender jener zehn Vorschläge, denen die meisten Nutzer ihre Stimme gegeben haben, werden nach dem Ende des Zukunftsdialogs ins Bundeskanzleramt eingeladen, um mit der Bundeskanzlerin über ihre Ideen zu sprechen. Wir schauen mal in den Online-Debattenraum, was es an Vorschlägen zu Wissenschaft und Technik gibt. Und wir prüfen, welche bleibenden Ergebnisse die Partizipationsverfahren des letzten Jahres gehabt haben.


Themenranking-Ergebnis für die 6. Kalenderwoche (5. Februar - 12. Februar 2012)
WISSENSCHAFTSJAHR

In dieser Woche wird unter Aufbietung von drei Bundesministern (Forschung, Umwelt, Verkehr) das Wissenschaftsjahr 2012 „Zukunftsprojekt Erde“ gestartet. Im Kern wird es um die Umweltforschung gehen, im erweiterten Kern um das Thema Nachhaltigkeit, das 20 Jahre nach dem „Erdgipfel“ in Rio de Janeiro in diesem Jahr mit der Folgekonferenz Rio 20+ wieder ins öffentliche Bewusstsein rückt. „Eine Gesellschaft, die sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltig – und damit zukunftsfähig ist“, ist nach den Worten des BMBF der Leitgedanke des Wissenschaftsjahres. Ganzjährig und an vielen Orten soll gezeigt werden, wie die Umwelt- und Energieforschung, die Wirtschafts- und Geisteswissenschaften dazu beitragen, die Erde auch für kommende Generationen zu bewahren. Neben den drei Bundesministern nehmen an der Eröffnungsveranstaltung Prof. Gerold Wefer von Wissenschaft im Dialog (WiD), Prof. Hans-Jörg Bullinger von der Fraunhofer-Gesellschaft sowie mehrere ausgewählte Vertreter deutscher Städte und Landkreise teil, die Vorreiter in nachhaltiger Stadtentwicklung sind. Sie zeigen, wie urbanes Leben zukunftstauglich wird.

TRANSFORMATIONSFORSCHUNG

Die Umweltforscher machen Front. Zwei Tage vor der Eröffnung des „offiziellen“ Wissenschaftsjahres zum Thema Nachhaltigkeit kommen sie zur gemeinsamen Veranstaltung in Berlin zusammen, um über die Randstellung der Öko-Themen im deutschen Wissenschaftssystem zu diskutieren und sich in einem neuen Verbund „NaWis“ (Nachhaltige Wissenschaft) schlagkräftiger zu verbünden. Dabei ist auch im Blick, vor welchen Herausforderungen das Wissenschaftssystem insgesamt steht, um seine Motorfunktion für die notwendigen Transformationsprozesse auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft auszufüllen. Unter den Impulsgebern sind neben Vertretern von Universitäten und freien Instituten, Unternehmen und gesellschaftlichen Gruppen, die Wissenschaftsministerinnen der Länder NRW und Baden-Württemberg, Svenja Schulze und Theresia Bauer. Getragen wird die Initiative von wissenschaftlichen Vorreiter-Einrichtungen einer transdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaft, dem NaWis-Verbund und dem Ecological Research Network (EcoRNet) der freien Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschungsinstitute.

ALPHABETISIERUNG

Der Bundestags-Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung hört in dieser Woche in einem Fachgespräch Experten zum Thema Alphabetisierung. Dazu liegen dem Ausschuss ein Antrag der SPD und eine Studie der Universität Hamburg zur „Literalität von Erwachsenen auf den unteren Kompetenzniveaus" vor. Die SPD fordert die Bundesregierung in ihrem Antrag auf, mit Ländern und Kommunen einen Grundbildungspakt zu schließen, um die Zahl der Analphabeten in Deutschland, die auf 7,5 Millionen Menschen geschätzt wird, zu halbieren. Dazu solle der Bund mindestens 20 Millionen Euro jährlich bereitstellen. Außerdem müsse ein ausreichendes Angebot an Alphabetisierungskursen gemacht werden, auch im Rahmen von Integrationskursen. Zu den geladenen Sachverständigen gehören Vertreter des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, des DGB und des DIHK, der Universität Hamburg, dem Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung, der Stiftung Lesen und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

LEBENSMITTELLOGISTIK

Frische Erdbeeren im Winter. Kiwis von der anderen Seite des Globus. Die Genüsse der nicht-ökologischen Verbraucher werden mit Hilfe der modernen Verkehrs- und Kühltechnik perfekt bedient. Der internationale Frucht- und Gemüsehandel ist zu einem großen Geschäft geworden, das ohne Hightech in seiner globalen Dimension nicht funktionieren würde. In dieser Woche findet in Berlin die Fruit Logistica statt, die weltweit größte Messe für den Fruchthandels-Logistik. Wir schauen uns nach neuen Technik-Trends und Frucht-Innovationen um.


Themenranking-Ergebnis für die 5. Kalenderwoche (30. Januar - 5. Februar 2012)
WISSENSCHAFTSRAT

Der Wissenschaftsrat stellt in dieser Woche seine Beschlüsse vor, die er auf den Winter-Plenarsitzungen getroffen hat. Unter anderem geht es um die Qualitätssicherung durch Akkreditierung, den Ausbau der Infrastruktur von Hoch- und Höchstleistungsrechnern, sowie um neue Akkreditierungsentscheidungen und die Umsetzung von vergangenen Empfehlungen. Zudem hat der Bundespräsident neue Mitglieder in den Rat berufen.

THINKTANKS

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat in einer Studie die privaten Thinks Tanks in Deutschland untersucht. Während amerikanische Thinktanks sich mit ihren Analysen und Empfehlungen durch gezielte Medienarbeit an eine breite Öffentlichkeit richten, konzentrieren sich Thinktanks hierzulande vor allem auf die direkte Kommunikation mit Adressaten in der Politik und Wissenschaft. "In der deutschen Thinktank-Landschaft fehlen privat finanzierte Ideenschmieden, die in Ergänzung zum Staat und zur Wirtschaft zur Vielfalt von Lösungsansätzen beitragen", so Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Wer könnte die Lücke schließen? Stiftungen? Wir werten die von Vodafone finanzierte Studie aus.

DAVOS

Weltwirtschaftsforum in den Schweizer Alpen. Themen der Wissenschaft spielten in diesem Jahr eine so starke Rolle wie bisher bei keinem Treffen der internationalen Ökonomie- und Politik-Elite. Welche Themen waren besonders gefragt und wie wurden sie von Akteuren aufgenommen? Highlevel-Knowledge-Transfer.

STROMNETZE

Die Energiewende wird scheitern, wenn Deutschland nicht bald ein für alle Seiten verbindliches Konzept für den Aufbau intelligenter Stromnetze entwickelt. Davon ist die Technikakademie Acatech überzeugt, die in dieser Woche zur E-Energy-Konferenz 2012 mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler einlädt, um die bisherigen Lösungsansätze auf den Prüfstand zu stellen. Erwartet werden ebenso Vertreter der sechs Smart-Grid-Modellregionen des Wirtschaftsministeriums wie ausgewiesene Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Die E-Energy-Konferenz bietet einen umfassenden Überblick über das Future-Energy-Grid. Wir sind dabei und berichten.


Themenranking-Ergebnis für die 4. Kalenderwoche (23. Januar - 29. Januar 2012)
WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTEN

Die Weltfinanzkrise hält Märkte und Staaten im Griff; Banker und Währungshüter agieren seit Jahren im Ausnahmezustand. Und was sagt die akademische Ökonomie dazu? Hat sie die Desaster nicht kommen sehen? Und was sind ihre Lösungsrezepte, die immer kleinlauter vorgetragen werden? Längst ist evident, dass mit den wirtschaftlichen Turbulenzen auch die ökonomische Fachwissenschaft, namentlich die Volkswirtschaftslehre und Makroökonomie, ins Schlingern geraten ist. Stimmen die Modelle noch? Eine Konferenz des Stifterverbandes zusammen mit dem Handelsblatt will in dieser Woche am Bankenplatz Frankfurt die „Ökonomie neu denken“.

ASSISTED LIVING

Moderne Medizin läßt die Menschen heute immer älter werden. Spezielle Assistenz-Technologien sollen dabei helfen, die gewonnenen Jahre länger in Selbständigkeit zu verleben. Unter dem Stichwort Ambient Assisted Living (AAL) werden von der deutschen Forschungspolitik derartige Technologien in ihrer Entwicklung und Anwendung stark gefördert. Der jährliche AAL-Kongress zieht in dieser Woche in Berlin eine Bilanz der fünfjährigen Programmförderung. Werden die AAL-Techniken von Senioren und Versorgern angenommen? Oder bleibt ein gut gemeinter Innovations-Push von oben letztlich ohne Breitenwirkung?

STUDIENGEBÜHREN

Zu den deutschen Sonderwegen zählt das Gratisstudium. Ansätze zur Einführung von Studiengebühren haben in der Vergangenheit zu hochschulpolitischem Dauerzoff geführt, mit dem Ergebnis, dass nahezu alle Bundesländer wieder davon abgerückt sind. Auch wenn das Thema politisch somit entschieden ist, wollen sich die Bildungspolitiker des Bundestages in dieser Woche noch einmal mit einem Spezialaspekt befassen: Wie wirkt sich die Einführung von Studiengebühren auf die Studienbereitschaft in Deutschland aus? Dazu hat der Fachausschuß mehrere Experten eingeladen, um ihre Aussagen zu hören. Wir hören mit.

BIOENERGIE

Tank oder Teller? Wofür sollten die Äcker verwendet werden: Für Nahrungsmittel oder Biosprit? Zur Grünen Woche hat sich der Bioökonomierat entschieden: für den Teller. In einer Stellungnahme zum Thema Bioenergie ruft das wissenschaftliche Beratungsgremium zur Kursänderung auf. Die gegenwärtige Förderung von agrarischen Energieträgern führe zu Fehlentwicklungen, die dringend korrigiert werden müssten. Die Subventionierung der Bioenergie müsse auf den Prüfstand gestellt werden. Wir analysieren die Empfehlungen und horchen nach Reaktionen auf der Agromesse.


Themenranking-Ergebnis für die 3. Kalenderwoche (16. Januar - 22. Januar 2012)
ZULASSUNGSSOFTWARE

Informatik hilft, die Studienplätze deutscher Hochschulen zielgenauer und schneller an die Studienbewerber zu verteilen. Schön wär’s. Die Einführung einer Software, die Schluß macht mit dem Unwesen der Vielfachbewerbungen, musste an den Universitäten bereits zwei Mal verschoben werden. In dieser Woche hört der Bildungsausschuss des Bundestages Sachverständige zu dem Problem. Seine Fragen: Wo liegen die Ursachen des wiederholten Scheiterns der Einführung des Dialogorientierten Zulassungsverfahrens? Welche Zwischenlösungen müssen im Interesse der Bewerber und der Hochschulen gefunden werden? Welche rechtlichen und finanziellen Konsequenzen ergeben sich? Genau das wollen wir auch wissen.

SPITZENCLUSTER

Einen ordentlichen Schluck aus der Pulle offeriert das BMBF an diesem Donnerstag, wenn die Gewinner im Spitzencluster-Wettbewerb bekannt gegeben werden. Jedem Sieger, es können maximal fünf sein, stehen über einen Zeitraum von fünf Jahren für die strategische Weiterentwicklung bis zu 80 Millionen Euro zur Verfügung, wovon die Hälfte durch die Wirtschaft und private Investoren getragen wird. Mithin 400 Mio Euro im besten Falle, davon 200 Mio aus dem Schavan-Ministerium. Insgesamt hatten sich 24 Cluster aus ganz Deutschland für die dritte Runde des Wettbewerbs beworben, aus denen eine unabhängige Jury im vorigen Jahr 11 Finalisten ausgewählt hatte. Neben den aktuellen Siegern beleuchten wir, wie sich die Cluster der beiden bisherigen Runden entwickelt haben.

BIOTECHNOLOGIE

Kaum eine andere Branche ist so wissenschaftsgetrieben wie die Biotechnologie. In dieser Woche legt der Branchenverband Bio Deutschland seine neue Erhebung zur Entwicklung der Biotechnologie im vergangenen Jahr vor. Sind die Betriebe der roten, grünen und weißen Biotechnologie am Wachsen, werden Arbeitskräfte eingestellt oder abgebaut, fließt weiter Risikokapital in den Bereich, sind die Gründerzahlen zufrieden stellend, was sind die inhaltlichen Trends und wie verhält sich Big Pharma gegenüber den Bio-Startups? Wir liefern Informationen aus erster Hand.

HELDENPRINZIP

Innovateure müssen sich wahrhaftig durchkämpfen, bis ihre Neuerungen von Erfolg gekrönt sind. Viele Monster sind niederzuringen: die Charybdis der Forschungsinvestitionen, die ignoranten Märkte, die wegelagernden Konkurrenten, nicht zuletzt der innere Schweinehund. Die Berliner Universität der Künste und die Hochschule für Technik und Wirtschaft verfolgen in einem BMBF-geförderten Projekt „Innovationsdramaturgie nach dem Heldenprinzip“ einen Ansatz, Unternehmen bei ihren Innovationsprojekten nicht nur künstlerische, sondern auch archtypische Hilfestellung zu leisten. Egal, wie es ausgeht, allein der Versuch ist selbst schon eine Innovation in der Innovationsförderung. Siegen mit Herakles.


Themenranking-Ergebnis für die 2. Kalenderwoche (9. Januar - 15. Januar 2012)
CHINA

Bundesforschungsministerin Schavan reist in dieser Woche für drei Tage nach China. Sie nimmt dort an wissenschaftlichen Veranstaltungen teil und besucht Forschungseinrichtungen. Zu den Programmpunkten gehören die Eröffnung des Kick off Meetings "Clean Water", der Besuch des Tai-See und des Institute of Karst Geology (IKG) sowie der Chinese Academy of Geological Sciences (CAGS) mit Karst Geology Museum of China; weiterhin der Besuch des International Research Center on Karst under the Auspices of UNESCO. Wie hat sich das wissenschaftliche Verhältnis zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China in jüngster Zeit entwickelt? Wo läuft es gut? Wo klemmt es?

CITIZEN SCIENCE

“Public Understanding of Science and Humanities” (PUSH) war gestern. Jetzt kommt „Citizen Science“ nach Deutschland. Darunter wird in Großbritannien eine Art von „Bürgerwissenschaft“ verstanden, bei der nicht nur Experten und Technokraten Wissenschaft betreiben, sondern auch Ottonormalverbraucher. Der traditionelle Zweig von Citizen Science beteiligt den Bürger vor allem bei der feldforscherischen Datererhebung, wie etwa Vogelbeobachtung. Der politische Zweig indes setzt auf eine „Demokratisierung von Wissenschaft“ unter Partizipationsaspekten wie sie sich auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen Bahn brechen. Wir stellen aktuelle Ansätze von „Citizen Science“ in Deutschland vor und reflektieren die weitergehenden Auswirkungen für den Wissenschaftsprozess.

WELTERNÄHRUNG

Wie kann deutsche Forschung dazu beitragen, die Lage der Welternährung zu verbessern? Dazu hat das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) vor zwei Jahren eine umfassende Bestandsaufnahme vorgelegt. Zu den zahlreichen Problempunkten, die identifiziert wurden, gehört etwa die Nachernteverlustreduzierung. Schätzungen zufolge gehen 25 bis 50 % der Ernte verloren. Bei Verbesserungen an dieser Stelle könnten heute ohne zusätzlichen Anbau und gentechnische Ertragssteigerungen 50 % mehr Nahrung zur Verfügung stehen. Kommen die Nahrungsmittel beim Verbraucher an, gibt es wieder Verluste: zwischen zehn bis 40 Prozent der Lebensmittel verderben beim Verbraucher, landen im Mülleimer statt im Magen. Anläßlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin recherchieren wir, was aus diesen und anderen Empfehlungen der Forschungsberater zur Welternährung geworden ist. Sind Verbesserungen angeschoben worden? Wenn je, welche? Oder hat es auch hier eine Verlustkette gegeben? Nur diesmal auf Wissen bezogen.

100 JAHRE FHI

Die Max Planck-Gesellschaft hat die 100-jährige Geschichte ihres Fritz-Haber-Instituts in Berlin, dem ursprünglichen Kaiser-Wilhelm-Institut für physikalische Chemie und Elektrochemie, in einem Buch dargestellt: „Hundert Jahre an der Schnittstelle von Chemie und Physik“. Es war ein Jahrhundertlauf mit Nobelpreis-gekrönten Erfolgen, aber auch politisch beeinflussten Irrwegen und radikalen wissenschaftlichen Turnarounds. Wir skizzieren Historie und Publikation.


Themenranking-Ergebnis für die 1. Kalenderwoche (2. Januar - 8. Januar 2012)
AUSBLICK WISSENSCHAFTSPOLITIK 2012

Was sind die großen Themen der Wissenschaft in Deutschland im neuen Jahr? Was haben sich Hochschulen und Forschungseinrichtungen vorgenommen? Wo stehen Strukturveränderungen und wichtige Personalveränderungen an? Welche Forschungsgebiete werden besondere Beachtung finden?  Wir sondieren bei Akteuren der Wissenschaftspolitik – wohlwissend, dass das tatsächliche Wissenschaftsgeschehen nur teilweise planbar ist. Siehe im Rückspiegel 2011 die Plagiatsaffären und die Energiewende.

ZUKUNFT DES WISSENS

Die rasanten Fortschritte der Informationstechnik verändern die Praxis der Forschung ebenso wie die Aufbewahrung des gewonnen Wissens, etwa in Bibliotheken. Mit bemerkenswert geringer Dynamik vollzieht sich dagegen die Diskussion darüber, welche Folgen die neuen Formen der Wissens-Gewinnung, -Verbreitung und –Bewahrung für die Gesellschaft einschließlich ihrer ökonomischen Subsysteme haben. Wie nähert sich der Bürger den neuen und künftigen Wissens-Verhältnissen? Welche institutionellen Neu-Aufstellungen sind erfordert? Konturen einer beginnenden Debatte.

PHOTOVOLTAIK

Landunter in der deutschen Solarbranche: Billiganbieter aus Fernost rollen den Markt auf. Hiesige Sonnenstromer haben künftig nur eine Chance, wenn ihre Produkte innovativer werden – und das sehr schnell. Leider haben sich die erfolgsverwöhnten deutschen Solarunternehmen in den Wachstumsjahren wenig um Forschung und Entwicklung gekümmert. Wie ist es heute um die FuE-Anstrengungen der PV-Branche bestellt? Wird auf den richtigen Feldern geforscht? Werden aussichtsreiche Nischen besetzt? Welche Effekte bringt der Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft?

ALFRED WEGENER

Wie wissenschaftliche Revolutionen passieren, wird in dieser Woche am Senckenberg-Museum in Frankfurt/Main in Erinnerung gerufen: Am Beispiel des Meteorologen und Polarforschers  Alfred Wegener  (1880-1930).  Vor genau 100 Jahren war es nämlich, als  Wegener am 6. Januar 1912 am gleichen Ort im Rahmen der Hauptversammlung der Geologischen Vereinigung erstmals die Hypothese vorstellte, dass die Lage der Kontinente nicht immer der heutigen entsprochen hat, sondern dass die Kontinente im Laufe der Zeit "wandern". Damals wurde der Nachwuchs-Forscher belächelt und von den etablierten Fachkollegen nicht ernst genommen. Heute gilt er als "Vater der Plattentektonik", die ein grundlegendes Konzept modernen geologischen Denkens darstellt. Zum 100. Jahrestag seines Vortrages veranstaltet Senckenberg zusammen mit dem Alfred-Wegener-Institut ein Festkolloquium am historischen Tagungsort.


Themenranking-Ergebnis für die 51. Kalenderwoche (19. Dezember - 25. Dezember 2011)
BIOMATERIALIEN

Mit einem Festakt an der Freien Universität Berlin wird in dieser Woche das neue Helmholtz Virtuelles Institut (HVI) „Multifunktionale Biomaterialien für die Medizin“ eröffnet. Es wird für fünf Jahre durch die Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. Kernpartner sind neben dem federführenden Helmholtz-Zentrum Geesthacht in Teltow (HZG) das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und die Freie Universität Berlin. Absicht des Instituts ist es, die Wechselwirkungen zwischen Proteinen und polymeren Biomaterialien zu untersuchen, die bislang noch nicht ausreichend verstanden und kontrollierbar sind. Für moderne Konzepte medizinischer Therapien ist häufig der Einsatz multifunktionaler Biomaterialien erforderlich. Probleme können durch die Wechselwirkungen zwischen körpereigenen Proteinen und diesen Biomaterialien entstehen. Oft bilden körpereigene Proteine eine feste Schicht auf der Oberfläche von Biomaterialien und sie initiieren damit weitere biologische Reaktionen.

BMBF-HAUS DER ZUKUNFT

In Berlin bereitet das BMBF am Kapelle-Ufer zwischen Stadtbahnviadukt und Spree den Neubau des Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie ein Ausstellungs- und Präsentationsgebäude für Zukunftsforschung und -technologien („Haus der Zukunft“) vor. Mit diesen beiden Gebäuden wird an einem herausragenden Standort zwischen Kanzleramt, Bundestag, Hauptbahnhof und Charité ein neuer öffentlichkeitswirksamer Ort, an dem Bildung und vor allem Forschung für die Zukunft Deutschlands sichtbar werden, entstehen.

Bisher ist das Ministerium - neben dem Dienstsitz in Bonn - in Berlin an zwei Standorten, in der Hannoverschen Straße und der Friedrichstraße, untergebracht. In dem Neubau sollen die Ministeriumsbereiche mit zunächst 350 Arbeitsplätzen zusammengeführt werden. Ergänzend zum Ministerium ist beabsichtigt, im Westteil des Grundstücks ein Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude zu errichten, das als Schaufenster für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland und als Dialog-Ort der Wissensgesellschaft dienen soll.

In dem architektonisch flexiblen Veranstaltungsforum sollen mediale Präsentationen und Veranstaltungen für max. 500 Personen zu Projekten aus Forschung und Entwicklung stattfinden können. Wir stellen die gegenwärtigen Planungen genauer vor.

KAPITAL IN KÖPFEN

Die Technologiestiftung Berlin hat untersucht, welche Bedeutung das Humankapital für das Wirtschaftswachstum der Hauptstadt hat. Die vorgelegten Zahlen dokumentieren das große Reservoir der Hauptstadtregion an hochqualifizierten Fachkräften. Gemessen an den Erwerbspersonen übt in Berlin jeder zweite eine hochqualifizierte Tätigkeit aus bzw. kann den notwendigen Bildungsabschluss hierfür vorweisen. Im Bundesländervergleich weist nur Hamburg ein ähnliches Qualifikationsniveau innerhalb der Bevölkerung auf. Die jetzt erschienene TSB-Studie "Kapital in Köpfen. Potenziale für Innovation und Wachstum" stellt dar, wo Berlin in diesem Wettbewerb steht und wie sich diese Ausbildungssituation auf die Stadt auswirkt.

RÜCKBLICK WISSENSCHAFTSPOLITIK 2011

Was geschah in der deutschen Wissenschaftspolitik in den letzten 12 Monaten? Ein Reaktorunfall in Japan hat die deutsche Energiepolitik völlig umgedreht. Das Wendepapier wurde von Wissenschaftlern zentral mitgeschrieben. Die Dissertationsaffäre des Ministers zu Guttenberg kostete ihm nicht nur das politische Amt, sondern setzte neue Mechanismen der Plagiats-Fahndung in der deutschen Wissenschaft in Gang, einschließlich einer erhöhten Aufmerksamkeit für qualitätssichernde Maßnahmen bei Promotionen. Welche weiteren Ereignisse waren kennzeichnend für das Wissenschaftsjahr 2012 in Deutschland? Wir ziehen eine Bilanz.


Unser Vorschlag für die 50. Kalenderwoche (12. Dezember - 18. Dezember)
ZUKUNFTSPREIS

In dieser Woche vergibt  Bundespräsident Wulff den Zukunftspreis. Es ist mit 250.000 Euro die höchstdotierte Innovations-Auszeichnung in Deutschland. Drei Projekte sind noch im Rennen. In ihnen arbeiten öffentliche Forscher und Industrie gemeinsam auf  den zukunftsträchtigen Themenfeldern Mobilität, Ressourcenschonung und Energiegewinnung. Im Vorfeld der Preiserverleihung untersuchen wir, was aus den Preisträgern der Vorjahre geworden ist. Wurden tatsächlich die Innovationen auf den Schild gehoben, die heute wirtschaftlich Kasse machen? Oder überwiegt der Flopp-Anteil?

LEIBNIZPREISE

Die DFG hat ihre Auswahl für die Leibnizpreise 2012 vorgestellt. Sie gelten inoffiziell als die kleinen deutschen Nobelpreise. Wie ist die Bewertung ausgefallen? Welche Fächer haben gewonnen, welche Standorte? Und wer nicht,  und warum? Eine Hintergrundrecheche.

WISSENSCHAFTSJAHR GESUNDHEIT

Das Wissenschaftsjahr des BMBF geht zu Ende, aber diesmal ohne Abschlussveranstaltung. Eigentlich erstaunlich. Vielleicht ein Erschöpfungssyndrom. Fragen an die Mediziner. Doch ernsthaft: Wir ziehen unsere eigene Bilanz des Themenjahres zur Gesundheitsforschung. Wo sind Erfolge und Effekte zu erkennen? Wo sind sie ausgeblieben? Vor allem nehmen wir den Partizipationsansatz der Bürgerdialoge zum Thema Medizintechnik unter die Lupe.

ELEKTROMOBILITÄT

Die Spannung steigt: Welche Regionen in Deutschland werden zum „Schaufenster“ der Elektromobilität gekürt und erhalten dafür Millionengelder der Bundesregierung?  Im Januar müssen die Wettbewerbsbeiträge abgegeben werden, im Dezember fand bereits ein Schaulaufen (Fahren) der derzeitigen Modellregionen statt. Wir untersuchen am Beispiel der Region Berlin, wie man sich auf die Wettfahrt um Fördermittel vorbereitet. Aber auch die Frage: Wie sinnvoll dieser deutsche Wettbewerb noch ist, da der wirtschaftliche Wettbewerb ums Elektroauto längst auf der Straße stattfindet.


Themenranking-Ergebnis für die 49. Kalenderwoche (5. Dezember - 11. Dezember)
INDUSTRIEFORSCHUNG

Der Stifterverband legt in dieser Woche seine neuen Zahlen zu den FuE-Ausgaben der deutschen Wirtschaft vor, bezogen auf das Erhebungsjahr 2010. Dominierend sind in der Regel die FuE-Ausgaben der Industrieunternehmen. Welche Entwicklungen lassen sich gegenüber dem Jahr des Einbruchs 2009 erkennen? In welchen Branchen ist eine überdurchschnittliche Innovationsdynamik zu spüren? Lassen sich auch aktualisierte regionale Bewertungen treffen? In den letzten Jahren waren die FuE-Ausgaben der Wirtschaft in den süddeutschen Bundesländern deutlich höher als im Rest der Republik. Setzt sich dieser Trend fort oder holen andere Regionen erkennbar auf?

INNOVATIONSPREISE BERLIN UND BRANDENBURG

In Potsdam wurde der Innovationspreis der Hauptstadt-Region verliehen, inzwischen eine traditionelle Veranstaltung zur Verbesserung des Transfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Jenseits der aktuellen Preisentscheidung untersuchen wir, bei welchen der acht Unternehmen in der Finalrunde die preiswürdige Innovation mit größerem Wissenschaftsinput öffentlicher Forschungseinrichtungen zustande kam oder ob die Inhouse-Entwicklungsanstrengungen überwogen. Lassen sich durch öffentliche FuE-Förderungen tatsächlich Innovationserfolge in der Wirtschaft anstoßen oder belegen die Berlin-Brandenburger Beispiele, dass dies nur in Ausnahmefällen gelingt?

KATALYSE-LABOR

Die TU Berlin will ihren Erfolg in der anwendungsorientierten IuK-Forschung, basierend auf dem Gemeinschaftslabor „T-Labs“ mit der Deutschen Telekom, jetzt in der Chemie wiederholen. In dieser Woche gründen das  Exzellenzcluster „Unifying Concepts in Catalysis“ (UniCat) und das Chemieunternehmen BASF SE ein neues Gemeinschaftslabor, das „UniCat-BASF Joint Lab“. In dem Labor von 900 Quadratmetern werden neue katalytische Prozesse für den Rohstoffwandel entwickelt, wie etwa zu Ersatzstoffen für fossiles Erdöl. BASF investiert bis zu 6,4 Millionen Euro im Laufe der ersten fünf Jahre. Das Gesamtvolumen beträgt rund 13 Millionen Euro. Wir wohnen der Vertragsunterzeichnung bei und nehmen an der anschließenden Führung durch ein bereits existierendes Labor teil: eine Miniplant-Versuchsanlage zur Umwandlung von Erdgas in chemische Wertstoffe auf dem Campus Charlottenburg.

WISSENSCHAFTSKOMMUNIKATION

Vom 6. – 8. Dezember 2011 findet in Köln das 4. Forum Wissenschaftskommunikation statt. Mit dem Symposium bietet Wissenschaft im Dialog (WiD), die Gemeinschaftsinitiative der deutschen Wissenschaft, Vermittlern von Wissenschaft und Forschung jährlich einen Überblick über aktuelle Themen und Strategien in der Wissenschaftskommunikation. In diesem Jahr beschäftigt sich das WiD-Forum mit Wissenschaftskommunikation im Spannungsfeld von Politik, Gesellschaft und Wissenschaft. In Plenarvorträgen, Sessions und interaktiven Angeboten geht die Veranstaltung der Frage nach, in welchen Spannungsfeldern Wissenschaftskommunikation stattfindet, wie sie von verschiedenen Gruppen beeinflusst wird und wie die Wissenschaftskommunikatoren dieser Situation begegnen.

Das 4. Forum Wissenschaftskommunikation wird gefördert von der Klaus Tschira Stiftung, der Schering Stiftung und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.


Themenranking-Ergebnis für die 48. Kalenderwoche (21. November - 4. Dezember)
BESTE STUDIENGÄNGE

Der Stifterverband kürt in dieser Woche in Berlin die besten Studiengänge an deutschen Universitäten. In die Schlussrunde haben es neun Finalisten geschafft, die vor einer überwiegend mit Studierenden besetzten Jury darstellen, warum ihr Studiengang die Auszeichnung "Cum Laude" erhalten sollte. Bei allen im Finale vertretenen Studiengängen wird eine gute Kommunikation und das Miteinander von Lehrenden und Lernenden deutlich. Sie zeigen, dass es mit Kreativität und Flexibilität möglich ist, innovative und zeitgemäße Studiengänge zu gestalten und fortlaufend weiter zu entwickeln.

NEUES UMWELTINSTITUT MCC

Die Stiftung Mercator und das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) werden ein neues Forschungs- und Politikberatungsinstitut gründen. Das Mercator Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) soll unter der Leitung von Professor Dr. Ottmar Edenhofer interdisziplinäre Forschungsbeiträge zu Fragen des nachhaltigen Wachstums in einer naturräumlich begrenzten Welt erarbeiten. Ein besonderer Fokus wird dabei auf der Vermeidung des gefährlichen Klimawandels liegen. Fragen zu Zukunft und nachhaltiger Entwicklung werden mit Fragen zu Wachstum und Wohlstand verknüpft. Im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Durban stellen die Träger das neue Institut mit Sitz in Berlin  vor.

WISSENSCHAFTSZEITVERTRÄGE

83 Prozent der hauptberuflich angestellten Wissenschaftler in deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind lediglich befristet beschäftigt. Über die Hälfte dieser Verträge läuft weniger als ein Jahr. Die Langfristigkeit von Forschungsprojekten und auch die persönliche Karriereplanung kollidiert mit dem öffentlichen Dienstrecht. Im Bundestag mehren sich die Stimmen, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz zu verändern. Fünf Oppositionsanträge liegen dazu vor. In dieser Woche befasst sich der Ausschuss für Bildung und Forschung sich mit dem Problem von befristeten Arbeitsverträgen im Wissenschaftssystem in Form eines öffentlichen Fachgesprächs. Zum Gespräch eingeladen sind Anke Burkhardt vom Institut für Hochschulforschung an der Universität Halle-Wittenberg, Georg Jongmanns vom Hochschul-Informations-System, Andreas Keller, GEW-Hauptvorstand, Professor Karl Ulrich Mayer von der Leibniz-Gemeinschaft, Professor Ursula Nelles von der Universität Münster, Professor Ulrich Preis von der Universität Köln und Manfred Scheifele vom Gesamtbetriebsrat Fraunhofer-Gesellschaft.

PLAGIATSFÄLLE

Die Prinzipien der „Guten wissenschaftlichen Praxis“ im Lichte aktueller Ereignisse und Entwicklungen diskutiert in dieser Woche ein Symposium in Berlin, das die Allianz der großen Wissenschaftsorganisationen unter Federführung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) veranstaltet. Im Blickpunkt stehen dabei unter anderem die 1998 in einer DFG-Denkschrift formulierten „Empfehlungen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“, die als Ausdruck der Selbstverwaltung der Wissenschaft von den Hochschulen umgesetzt wurden und in den zurückliegenden Monaten auch die Grundlage für die Aufarbeitung der prominenten Plagiatsfälle waren. Debattiert wird unter anderem, ob die bestehenden Regeln ausreichen oder ob die Wissenschaft ergänzende Standards benötigt? Welche Wege sollen die Hochschulen künftig bei der Promotion beschreiten? Und wie tragen die großen Wissenschaftsorganisationen zur Qualitätssicherung bei?


Themenranking-Ergebnis für die 46. Kalenderwoche (14. November - 20. November)
MEDICA

In Düsseldorf findet vom 16. bis 19. November die größte Medizinfachmesse der Welt statt. Sie zählte im vergangenen Jahr mehr als 137.000 Fachbesucher und rund 4.400 Aussteller. Unter ihnen sind viele Wissenschaftseinrichtungen, die medizinische Innovationen vorstellen.

WISSENSCHAFTSRAT

In Berlin informiert der Vorsitzende des Wissenschaftsrates über die Empfehlungen und Stellungnahmen, die während der Plenarsitzungen vom 9. bis 11. November in Halle beraten wurden, darunter die Anforderungen an die Qualitätssicherung der Promotion und  die Empfehlungen zur Bewertung und Steuerung von Forschung.

INNOVATIONEN

Die Stärkung der Innovationskraft ist wegen der Rohstoffknappheit eine wichtige Aufgabe: Know-how und kreative Ideen müssen den Mangel an natürlichen materiellen Ressourcen kompensieren. Auf einer Veranstaltung von Acatech und der Konrad Adenauer Stiftung in Berlin werden politische und gesellschaftliche Fragen diskutiert.

INTERNATIONALE HOCHSCHULEN

Mehr als 300 Fachleute für die Internationalisierung deutscher Hochschulen treffen sich vom 16. bis 18. November in Bonn. Die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) organisierte Jahrestagung ist das zentrale Forum der Akademischen Auslandsämter zur Information über neue Trends und für den bundesweiten Erfahrungsaustausch.


Themenranking-Ergebnis für die 45. Kalenderwoche (7. November - 13. November)
FALLING WALLS

Internationaler Science Slam am Jahrestag des Berliner Mauerfalls. Zum dritten Mal findet dieses Wissenschafts-Marathon statt, in dem 20 Forscher in jeweils 15 Minuten darstellen, welche Wissens-Mauern in ihrem Fach vor dem Fall stehen.

FORUM DES FORTSCHRITTS

Globale gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel, demografische Entwicklung und Energie- und Ressourcenknappheit verlangen nachhaltige Lösungen und Strategien. Worin genau liegt der Beitrag der Wissenschaft? Wie müssen Forschungsstrategien und Förderprogramme ausgerichtet sein? Auf Basis des Gutachtens „Welt im Wandel - Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ des renommierten „Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)“ diskutiert Wissenschaftsministerin Schulze mit Fachleuten und der Öffentlichkeit über diese aktuellen wissenschaftspolitischen Fragen im Düsslerdorfer „Forum des Fortschritts NRW“.